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Nachrichten Kultur Klaus Hoffmann macht es mit viel Gefühl
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14:08 08.11.2018
Mit viel Gefühl: Klaus Hoffmann legt sich rein bei seinem Konzert im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde
Hannover

„Ich schäme mich ein bisschen, wenn ich an einem Spiegel vorbeilaufe“, sagt Klaus Hoffmann im Theater am Aegi: „Ich sehe immer noch so gut aus“.

Manchen der 750 Besucher ist der Liedermacher mit jugendlichem Schlafzimmerblick gerade deshalb auf einem frühen Albumcover aufgefallen, einige sind erst später in der 50-jährigen Karriere des Berliners dazugekommen – und sind nicht wegen seines (nur halb im Ernst angesprochenen) Äußeren da: Auf der Tour zum „Aquamarin“-Album werden vor allem die Worte Hoffmanns mit Applaus begrüßt. Er ist Chansonnier, Schauspieler und Romancier in Personalunion. „Weil Du nicht bist wie alle andern“, „Der Preis der Macht“ und „Hanna“ stammen aus drei verschiedenen Jahrzehnten und werden musiziert von langjährigen Weggefährten.

Michael Brandt, an der Gitarre, ist seit 35 Jahren dabei, auch Peter Kaiser am Bass, Stephan Genze an den Drums und Hawo Bleich an Klavier und Keyboard bezeichnet der Sänger als Freunde – ihr Soundtrack ist sanft wie der einer Casinoband, mal Balearisch, mal kammerjazzig, doch mit arg künstlich eingeflogenen Streicher- und Synthie-Arrangements aus dem Keyboard, die den Chansons Hoffmanns ein wenig Charme kosten.

„Ich sehe so viele Gesichter, die ich kenne“, sagt er ins Publikum; viele geben per Handzeichen zu, ihn schon vor 20 Jahren im Aegi gesehen zu haben, „Blinde Katharina“ singen sie von der ersten Silbe an mit.

Mit Klavieruntermalung erzählt Hoffmann aus seiner Kindheit in Berlin, dann von Verflossenen aus der Jugend und einer prägenden Autofahrt nach Kabul – trotz der Anekdoten ziert er sich mit distanziertem Charme, theatralisch in der Erzählung, ganz und gar nicht kumpelhaft: Hier ist nur einer der Star, und diese Karriere war schon in den späten 60ern geplant, als Hoffmann in Berliner Clubs debütierte.

„Für det bißchen Zärtlichkeit“ sind die Fans gern gekommen, und für die „Melancholia“ – „Irgendwann einmal“ ist ein neuerer Song, der noch in die Zukunft blickt. Mit seiner Musik bewegt sich Hoffmann in einer zeitlosen Sphäre, von Trends und Szenen fast unberührt. Seine Idole Jacques Brel und Charles Aznavour haben sich so in den Liedermacher-Kanon musiziert, Hoffmann stellt sich in ihre Tradition – sein Konzert im Aegi ist am besten, wenn er ganz Chansonnier sein kann: In „Amsterdam“ etwa, auch Brel hat ja gern von großen Städten gesungen.

Von Lilean Buhl

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