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Nachrichten Kultur Kinder-Kultfigur aus dem Osten macht Traumkino
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16:37 29.09.2010
Schaf ahoi. Sandmännchen mit dem unglücklichen Traumsand-Aufpasser Nepomuk.
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VON MATTHIAS HALBIG

Es war einmal … die DDR. Das Märchen vom real existierenden Sozialismus fand vor 20 Jahren sein Ende, ein paar der märchenhafteren Marken aber haben sich gehalten. Zwar denkt kaum noch einer an den bösen Wolf Markus, das trinkbare Rotkäppchen beispielsweise aber haben heute noch viele Wiedervereinigte ganz doll lieb.

Und das Ost-Sandmännchen auch, das kommt heute sogar ins Kino. 1959 hatte es seinem auch ganz niedlichen Westkollegen – ähnlich wie in jenen Tagen die Leute von der Sowjetraumfahrt der Nasa – die (gar nicht so) lange Nase gemacht: Am 22. November jenes Jahres wurde erstmals der DDR-Traumsand in die Augen der Fernsehzuschauer gestreut. Der BRD-Schlafbringer ging erst Anfang Dezember auf Sendung. Übrig blieb ab 1991 der Ossi.

Wenn Kino Fernsehen aufbläst, nimmt es sich gern was raus. So auch bei dieser Kultfigur. Dem regen sich jetzt nicht nur erstmals die Augen (Oje!). Es spricht sogar (Hilfe!), und zwar mit der Opi-Betulich-Stimme von Volker Lechtenbrink (Schockstarre).

Aber gemach! Sinem Sakaoglus und Jesper Møllers Geschichte vomgeraubtenTraumsand und seinem Dieb, einem bösen Wirbelsturm, der Albträume in die Welt bringen will, ist der optimale „erste Film“, einer, mit dem dieAllerjüngsten das Kino für sich entdecken können. Der liebevolle Mix aus Real-Inszenierung und Stop-Motion-Trick in milchshakebunter Welt (angereichert um einige CGI-Zaubereien) ist – anders als „Mondbär“ und „Mullewapp“ – auch für die erwachsenen Begleiter zum Verlieben. Aller Liebling ist das schusselige Schlafschaf Nepomuk, das nur kurz auf den Traumsand aufpassen sollte.

Und Kulleraugen stehen Sandmännchen echt gut. 80 stumme Minuten mit stierem Blick wären doch arg befremdlich gewesen. Schweigen ist Silber, Reden ist Gold. Neben Lechtenbrink sind Ilja Richter und Anke Engelke an Bord. Droht dem Sandi die Verwessirung? Immerhin – der kleine Bruno Renne, der den Traumsandretter Miko spielt, stammt aus Brandenburg. Und ist echt gut!

Und wenn Sie nicht gestorben sind, gehen Sie ab heute ins Kino.

„Das Sandmännchen“, D 2010, 80 Min. Regie: Jesper Møller, Sinem Sakaoglu.

Die niedlichste DDR-Ikone empfiehlt sich für Großes.

Bewertung: 4/5

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