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Kultur Kate Nash: "Ich will nicht nur auf die Titelseite"
Nachrichten Kultur Kate Nash: "Ich will nicht nur auf die Titelseite"
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17:13 08.09.2010
Kate Nash.
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VON SEBASTIAN SCHERER

Und, wieder gesund?

Ja, wieso?

Bei Facebook haben Sie Fotos gezeigt, wie Sie beimArzt sitzen.

Ohja, ich hatte Probleme mit dem Arm, geht aber wieder.

Wieso geben Sie Ihre Privatsphäre auf, zeigen Fotos vom Arzt, aus dem Zoo?

Ich bin sehr darauf bedacht, Privates privat zu halten. Im Internet kann ich selbst kontrollieren, was ich preisgeben will. Und ich finde, das haben die Fans verdient. Man mag ja nie nur die Musik, sondern auch immer die Person dahinter, das Gesamtpaket. Man gibt etwas – und das ist online ja schnell gemacht. Und die Leute unterstützen dich dafür lieber.

Unterstützen Sie die Fans noch mit Plattenkäufen, oder laden sie für lau runter?

Klar laden heute viele runter. Ich verstehe das nicht, das ist ein Verlust von Kultur. Wenn ich meine ganze Plattensammlung nur auf dem Laptop habe, und mit einem Knopfdruck die ganze Sammlung gelöscht werden könnte – das ist doch grotesk! MP3 ist Müll. Ich will Alben anfassen, angucken, benutzen.

Bei Ihrem neuen Album „My Best Friend ist You“ haben Sie alles selbst gemacht. Texte, Musik, Artwork…

Und das war verdammt stressig. Im Tourbus noch mit den Details des Booklets zu kämpfen – nervt. Dafür bin ich stolz auf diese CD. Ich will für mehr stehen als für ein paar Songs.

Im sehr aggressiven „Mansion Song“ regen Sie sich über Menschen auf, die für gar nichts stehen.

Der Song ist eher ein gesprochener Text, mit dem ich meine Wut herauslasse. Über fehlendenRespekt für hartarbeitende Frauen. Aber auch über Frauen, die ihr Leben verschwenden. Blöde Menschen, die leer, bedeutungslos sind.

Kolleginnen?

Auch. Ich will die Plattform nutzen, die ich habe, um etwas mitzuteilen. Nicht nur auf die Titelseite der Zeitung, weil ich irgendwo besoffen war.

Apropos Plattform. In Deutschland finden Sie derzeit viele, sind ständig hier. Lieblingsplätze?

Hamburg. Klar, Berlin ist auch schön, aber da bekommt man eben genau das, was man erwartet. Deutschland hat aber noch andere tolle Landschaften und Städte. Hannover kenne ich noch nicht.

Sie kennen aber Lena, die Grand-Prix-Sängerin?

Ja und nein. Ich weiß nicht, wer diese Frau ist, ich weiß nur, dass sie irgendwann „Foundations“ gesungen hat und mich dann alle auf sie angesprochen haben, weil sie diesen Song Contest gewonnen hat und irgendwer fand, sie sei mir ähnlich. Ich find das verrückt. Soll sie machen, ich mach meine Sachen.

Das neue Album ist eine konsequente Fortsetzung vom Debüt „Made of Bricks“, oft aber experimenteller und wütender. Angry Kate?

Ich war naiver bei der ersten Platte. Jetzt beschäftigen mich andere Themen. Man kann in dieser Welt schnell zynisch werden, aber man muss eben auch zulassen, dass Menschen einem das Leben verschönern können.

Aber wütend genug für eine Punkband sind Sie?

Naja, ich habe mit ein paar Bekannten „The Receeders“ gegründet, ein paar Konzerte gespielt. Wir haben sieben Songs fertig, bis Weihnachten sollen es zehn werden.Dann kommt vielleicht ein Album.

Karten für das Konzert im Capitol kosten 36 Euro. Beginn ist um 20 Uhr.

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