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Kultur Justin Sullivan solo im Lux
Nachrichten Kultur Justin Sullivan solo im Lux
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00:19 08.03.2018
Intime Atmosphäre: New-Model-Army-Chef Justin Sullivan gibt im Lux ein intimes Solokonzert. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

„Danke, danke“, freut sich Justin Sullivan, Er ist Stimme, Mastermind und Songschreiber der Underground-Ikone New Model Army und freut sich sichtlich über die intime Atmosphäre. 200 Menschen passen ins Lux am Schwarzen Bären; es ist komplett ausverkauft. Lauter harte Fans, und keiner hält eine Kamera hoch.

„Ich kam, um euch zu sehen“, schmeichelt Sullivan der Menge, Gelächter und Jubel unter den Anhängern. Die Bühne ist in rotes Licht getaucht, der Klang sauber und trocken, besonders die Texte sind bei Sullivans One-Man-Show gut zu verstehen. Mit „All Consuming Fire“ beginnt er sein Set, gebannt lauschen die Anhänger seinen Worten. „Bring me the Snowfall, bring me the cold Wind, bring me the winter“, fleht er in „Winter“.

„Wer von euch kommt denn auch am Montag? So viele? Da muss ich wohl andere Songs spielen“. Sein Gastspiel musste um ein Konzert aufgestockt werden, die Nachfrage war zu groß. 70 Lieder hat er auf seinem Zettel, Sullivan ist bestens vorbereitet.

„Niemand da in meinem Alter?“ fragt er sie neugierig. Justin ist ein „Babyboomer“, wie er sich selbst einordnet. Mit 61 Jahren kommt er aus einer anderen Zeit, als nordenglischer Proto-Punk ist er in einer Ära des Friedens aufgewachsen, wie er sagt. Seine Fans kennen ihn als Kapitalismuskritiker und stets politisch engagiert.

Für Robert Heaton, seinem guten Freund und Bandkollegen, der vor 13 Jahren starb, singt er im bewegenden „Ghosts“ über die quälende Stille, nachdem der letzte Ton verklungen ist.

Die Texte tragen durch den Abend, auf seiner Western-Gitarre spielt er standhafte Rhythmen, darüber liegt sein mittiger und direkter Gesang. „Seht ihr die Mikrofone?“, die Show wird aufgenommen, freut er sich. Gerade hat er noch dem Winter gehuldigt, als er sich plötzlich beklagt, es zieht. „Als wir anfingen, war Air Condition noch nicht einmal erfunden“. Sullivan klingt wie ein stolzer Punk-Großvater.

Dann singt er tief und sonor in blauem Licht, wird lauter, höher, dringlicher. „How it feels?“ ist der einzige Moment mit Fremdeinfluss. Von seinem Smartphone spielt er ein Playback ab und Mundharmonika dazu. Der Hit „Ballad of Bodmin Pill“ animiert zum Mitsingen, in der Zugabe („Another Imperial Day“) schimpft er, dass Waren und Geld Grenzen überqueren dürfen, nicht aber Menschen. Mit „Changing of the Light“ und einer Geschichte vom Stromschlag auf der Bühne, endet ein besonderer und reicher Auftritt.

Von Kai Schiering

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