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Kultur Jon Gomm verzaubert im Pavillon
Nachrichten Kultur Jon Gomm verzaubert im Pavillon
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14:33 07.02.2018
Virtuos: Jon Gomm spielt im Pavillon. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Es gibt Gitarristen, die sind besonders. Ihre Spielweise, Technik und ihr Stil sind so ausgeklügelt, dass sie verblüffen. Jon Gomm ist so einer. Der englische, in Blackpool geborene und in Leeds lebende Ausnahmegitarrist war nun zu Gast im Pavillon und begeisterte immerhin 120 Zuhörer mit seiner zweistündigen, kurzweiligen Soloperformance.

Gomm hat eine abgewetzte, zerschrammte, aber klasse klingende Akustikgitarre mit Stahlsaiten – aus der er gleichzeitig Schlagzeug- und Percussionsounds, Basslinien und Melodien herausholt. Damit klingt er wie eine ganze Band.

Seine Finger, Hände und Arme sind ständig in Bewegung, sein Spiel und seine Rhythmik sind bestechend. Er spielt barfuß, vielleicht hilft es, ihn zu erden. Mit der rechten Hand schlägt er am Steg auf die Korpus-Oberseite und erzeugt den tiefen Bass-Drum-Klang, die Snare kommt vom Schlag auf den Korpusrand, Tom-Tom-Klänge entstehen mitunter am Schallloch, und die Basslinie produziert er mit Tapping auf dem Griffbrett. Mit der linken Hand, für Melodie und Akkorde, stößt er beim Hammering mit Schwung seine Fingerkuppen auf die Saiten und huscht blitzschnell über die Bünde.

Er spielt mit und ohne Plektrum und nutzt Effekte wie Echo, Hall, Chorus, auch mal einen Verzerrer (so bei „Stupid Blues“). Beeindruckend wie faszinierend erklingen ausgefuchste Coverversionen wie der grandios gespielte Chaka-Khan-Klassiker „Ain’t Nobody“.

Wunderbar auch seine vielen eigenen Titel wie „Topeka“ und „Everything“. Er spielt einen schönen Ausschnitt aus seinen drei Alben „Hypertension“, „Don’t Panic“ und „Secrets Nobody Keeps“. Die Musik ist rockig, treibend, filigran, kontemplativ, sphärisch – und immer groovig. Bei einigen Titeln singt er auch, mit sehr guter Stimme, erzählt mit viel britischem Humor und baut auch mal Stück für Stück eine Reggae-Band auf.

Oft stimmt er seine Gitarre um, wichtig für das jeweilige Stück, und zaubert wohlklingende wie interessante und spannende Klang-Atmosphären hervor. Seine Zugaben „Gloria“ und „High and Dry“ von Radiohead spielt er pur, ohne Verstärkung, direkt vor dem Publikum. Gänsehaut. Er vermag eben immer wieder zu überraschen.

Von Christian Seibt

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