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Kultur "Jet Lag" - ein chinesisch-deutsches Projekt in Faust und Messehalle 6
Nachrichten Kultur "Jet Lag" - ein chinesisch-deutsches Projekt in Faust und Messehalle 6
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11:38 26.04.2012
Von Matthias Halbig
DA EIERT DER DOLLAR: „Ideologies“ hat Weng Fen seine 3-D-Dollarnote aus Eiern genannt, ein gefragtes Fotomotiv in Messehalle 6. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Huch! So spricht ein animiertes Frauchen, das in „I’m Afraid, we Will Never Understand Each Other“ (,Ich befürchte, wir werden uns nie verstehen‘), einem Trickfilm des chinesischen Künstlers Weng Fen, ganz klar Angela Merkel darstellen soll. Ein so gesagter Originalsatz der Bundeskanzlerin vom Mai 2006, den diese in Zeiten der Messe und des chinesischen Kulturjahres in Deutschland in solcher Schärfe wohl eher ungern wiederhören wird. Zu sehen in der multimedialen Ausstellung „Jet Lag“. Das „chinesisch-deutsche Multimediaprojekt“ ist bis Freitag in der Messehalle 6 und (stark exponatereduziert) bis 27. Mai in der Kunsthalle Faust geöffnet.

30 zum Teil sehr großformatige Arbeiten verschiedener Disziplinen werden auf den 5000 Quadratmetern der Messehalle ausgestellt, 13 chinesische und zehn deutsche Künstler treten mit ihren Werken in Dialog. Von Weng Fen stammt auch „Ideologies“, 100000 aneinandergeklebte Eier, die seitlichwie ein Städtebaumodell wirken und in der Draufsicht einen 100-Dollar-Schein darstellen. Timm Ulrichs’ „Wolf im Schafspelz“ sollte 2010 schon für eine Ausstellung in Peking fertig sein, damals war aber nicht an Wolfsfell zu kommen. Inzwischen hat ein Museum ausgeholfen. Und nun stehen seine Zweipelzwesen da und lassen mühelos die Doppelgesichtigkeit Chinas in sich hineininterpretieren: Rasanter wirtschaftlicher Aufschwung, repressive Machtausübung. Spektakulär auch die gigantische Plastiktasche von Xu Tan, ein Sinnbild der Kommerzialisierung.

Der „Jet Lag“ oder „Zeitzonenkater“ ist hier als „Metapher für persönliche und gesellschaftliche Anpassungsprozesse an die fortschreitende Globalisierung“ gedacht. Das funktioniert. Wobei die kritischen Haltungen der chinesischen Künstler eher moderat sind. Aus niemandem wird bei seiner Heimkehr wohl ein zweiter Fall Ai Weiwei werden.

Die Ausstellungsmacher selbst seien „durch den Wind“, so Kurator Harro Schmidt. „5000 Quadratmeter zu bespielen, ist nicht so leicht. Da war unglaublich viel Manpower nötig“, sagt er, „wir habens gestemmt, aber das war vergleichsweise fast wie ,Made in Germany‘.“ Zu den Exponaten gibt es ein Videokunstprogramm mit chinesischen und deutschen Kurzfilmen.

„Jetlag“ in der Kunsthalle Faust bis 27. Mai. Öffnungszeiten: Do. bis Fr. 16 bis 20, Sa./So. 14 bis 18 Uhr. In der Messehalle 6 bis 27. April, Mittwoch und Donnerstag bis 21 Uhr (Führungen je um 19 Uhr), Fr. bis 18 Uhr.

Infos unter „www.kulturzentrum-faust.de“.

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