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Humor ist, wenn man über sie lacht: Marlene Jaschke.

Humor ist, wenn man über sie lacht: Marlene Jaschke.
© Handout

Comedy

Jaschke, wie sie singt und lacht

30 Jahre – kein schlechtes Alter für eine Kunstfigur: Jutta Wübbe alias Frau Jaschke begeisterte bei ihrem Jubiläumsauftritt im Theater am Aegi.

Hannover. Längst ist sie Kult, die schrullig-naive, penible Dame im altmodisch-adretten Tanten-Outfit. Jutta Wübbe, die Hamburger Komikerin und Grimme-Preisträgerin feiert mit ihrem neuen Programm „Nie wieder vielleicht“ ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum im restlos ausverkauften Theater am Aegi. Jutta Wübbe? Besser bekannt ist sie als Marlene Jaschke.

Dabei zieht sie wieder alle Register ihrer einzigartigen, komödiantischen Darstellungskunst. Sie begeistert mit hervorragender Mimik und Gestik. Ihre Kunstfigur pflegt ihre Marotten, wie die skurril-schrägen, Jaschke-typischen manierierten Bewegungen und ihre kleinen Zwangsneurosen wie den Ordnungstick mit ihren umhäkelten Stofftaschentüchern, die nach dem Hinein-Schneuzen wieder akkurat zusammengelegt und in die Handtasche eingeordnet werden müssen. All das bringt ständig Lacher.

Ebenso die lustigen Szenen mit ihrem musikalischen Partner, dem stoisch-stillen, flinkfingerigen Pianisten „Herrn Griepenstroh“ (Volker Griepenstroh), der ihre Werke wie „Die Bleistift-Arie“ (im Original „Königin der Nacht“ aus Mozarts Zauberflöte) begleiten darf. Mit Hamburger Akzent, mit gedehnten Worten, plaudert sie Neues aus ihrem Leben aus – und schließt nahtlos an vorige Programme an: Ein ägyptischer Investor kauft den Schraubengroßhandel, bei dem sie als Chefsekretärin arbeitet. Sie überrascht die imaginäre Delegation mit ihrer lustigen Tanzperformance „Geh’n wie ein Ägypter“ (eigentlich„Walk like an Egyptian“ von den Bangles) und hofft damit, übernommen zu werden. „Ramses, da ham’ses“, sagt sie selbstbewusst.

Naiv-offen und zum Brüllen komisch erzählt sie: von ihren imaginären Mitmenschen, vom gefloppten Rendezvous mit ihrem Schwarm, Buchhalter Siegfried, und von Freundin Hannelore, die ihr bereits eine Grabstelle mitgekauft hat (“Kiste oder Pott?“). Witzig auch ihre urigen Atemübungen voller Sirenenlaute mit dem Publikum. Und auch mit der Liebe kennt sie sich aus: „Man muss Raupen essen, wenn man Schmetterlinge im Bauch spüren will“. Und als schräg-lustige Zugabe gibt die Jaschke die Carmen im gehäkelten Flamenco-Kleid. Wunderbar. Jubel und stehende Ovationen.

Am 16. November kommt Jaschke zurück ins Theater am Aegi. Karten (28,90 bis 38,90 Euro) gibt es hier.

Von Christian Seibt


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