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Kultur Israelische Literatur im Zentrum der Buchmesse
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10:00 02.03.2015
Amos Oz ist einer der bekanntesten Autoren aus Israel. Quelle: Marc Tirl
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Tel Aviv

Neben altbekannten Autoren wie Amos Oz (75) und David Grossman (61) gibt es eine jüngere Generation von Schriftstellern, die sich einem breiten Spektrum an Themen widmen.

Das 50-jährige Bestehen der deutsch-israelischen Beziehungen ist in diesem Jahr Anlass für den Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse (12. bis 15. März). Dazu kommen viele Autoren aus Israel nach Leipzig, darunter der in Deutschland wohl bekannteste israelische Schriftsteller Amos Oz. Er spricht über seinen neuesten Roman "Judas", in dem es um die biblische Figur des Jesus-Verräters geht.

Bei einigen erfolgreichen Gegenwartsautoren in Israel steht heute weniger der Nahost-Konflikt, sondern das Privatleben im Zentrum ihres Schaffens. Die mit dem Autoren Eyal Megged verheiratete Zeruya Shalev (55) befasst sich in ihren Werken vor allem mit der modernen Liebe und ihren Schwierigkeiten. In den Büchern des in Czernowitz geborenen Aharon Appelfeld geht es viel um die Erinnerung an Menschen, die während des Holocaust ermordet wurden. Die Bücher von Etgar Keret bieten hingegen einen Einblick in das Leben der jungen Israelis in den Großstädten der Gegenwart.

Die israelische Literaturagentin Deborah Harris sieht Meir Schalev (66), der auch bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse dabei sein wird, als "eine der wichtigsten Stimmen der israelischen Literatur der Gegenwart". Sein großer Erfolg auch im Ausland habe sie zunächst erstaunt. "Er schreibt über sehr israelische Themen." Letztlich gelinge es ihm dabei aber, universal gültige Dinge anzusprechen. "Er schreibt über die Wahrheiten des Lebens, und die sind überall die gleichen."

Die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron - die auch nach Leipzig kommt - sei besonders in Deutschland erfolgreich, erklärt Harris. Bei der älteren Generation der israelische Schriftsteller wie Amos Oz, David Grossman und Schalev sieht Harris allerdings "sehr viel mehr literarische Tiefe" als bei vielen Autoren der jüngeren Generation. "Es gibt dort einen schriftstellerischen Reichtum, den ich bei den Nachwuchsautoren oft vermisse."

Das Thema Holocaust sei immer noch aktuell. "Die zweite und dritte Generation der Überlebenden befasst sich weiter intensiv mit der Schoah und ihren Auswirkungen." Als ein Beispiel nennt sie die Autorin Esti G. Haim.

Es stört Harris, dass viele israelische Autoren sich immer weniger mit den politischen Konflikten in der Region beschäftigen und sich stattdessen auf Alltagsthemen konzentrieren. "Ich weiß nicht, wie man das ausblenden kann." Eine seltene Ausnahme sei Dorit Rabinyan, die in ihrem jüngsten Buch eine Liebe zwischen einer jüdischen Israelin und einem Palästinenser beschreibt. "Es ist eine schriftstellerische und eine politische Auseinandersetzung - das ist heute eher selten." Als eine weitere Ausnahme nannte sie Grossman, der sich in "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" mit der Angst einer israelischen Mutter um ihren Sohn beim Militär befasste.

Auch der in Israel sehr erfolgreiche Autor Saed Kashua (Tanzende Araber) schreibe als Mitglied der arabischen Minderheit weiter über den Nahost-Konflikt, erklärt Harris. "Er kann es sich nicht leisten, das Thema zu ignorieren."

dpa

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