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Kultur Isabelle van Keulen geigt im Großen Sendesaal
Nachrichten Kultur Isabelle van Keulen geigt im Großen Sendesaal
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00:21 12.03.2018
Stargast: Isabelle van Keulen spielte beim NDR. Quelle: Rainer Surrey
Hannover

Prokofjew und ein doppelter Mozart: gewiss ein interessantes Programm, das sich die NDR-Radiophilharmonie für das 6. Saisonkonzert der „A“-Serie im Großen Sendesaal ausgedacht hatte. Die Umsetzung führte indes nicht durchgehend zu uneingeschränkt erfreulichen Resultaten.

Wohl aber beim Auftakt – der Kopfsatz von Mozarts 39. Symphonie war womöglich sogar schon der Höhepunkt des gesamten Konzerts. Chefdirigent Andrew Manze spielte hier jedenfalls voll seine Stärken aus: Das hatte stets Struktur, die Spannung stimmte, und das Orchester entfaltete eine große Wucht, ohne jemals grob zu klingen. Weniger homogen wirkte das Andante, bis dann Menuett und Finale höchst lebendig daherkamen.

Dies traf über weite Strecken auch später auf die Interpretation der 41., der „Jupiter“-Symphonie zu. Vielleicht gerieten hier und da die Tempi ein wenig breit, das sichere Gespür für die atmosphärische Feinarbeit aber wurde jederzeit deutlich, und es fiel nicht ins Gewicht, dass Mozarts Motive genau genommen nicht immer vor Tiefgang strotzen. Eine klangsatte Angelegenheit.

Zwischen den beiden Symphonien erklang das 1. Violinkonzert von Prokofjew, und hier erwies es sich als etwas unglücklich, dass im Programmheft die lyrischen Qualitäten dieses Werks hervorgehoben wurden. Denn gerade die kamen in der Version Isabelle van Keulens nicht besonders gut zur Geltung: Zumindest die ersten beiden Sätzen steuerte die Niederländerin, die in Hannover lebt, zu oft ins Ungefähre, sowohl was die Intonation anbelangt als auch in Sachen Phrasierung.

Deutlich stimmiger, somit auch nachvollziehbarer und berührender, fiel dann das Finale aus. Wenn man aber bedenkt, welche Klarheit etwa Hilary Hahn der extrem schwierigen Komposition verliehen hat, verdiente Isabelle van Keulens Zugriff doch eher das Prädikat „anstrengend“. Als Zugabe servierte sie das Andante aus Bachs 2. Violinsonate in einer leicht herb eingefärbten Fassung.

Unter dem Strich ein etwas durchwachsener Abend, letztlich überwogen gleichwohl die positiven Aspekte. Dies spiegelte sich in Länge und Intensität des Schlussbeifalls.

Von Jörg Worat

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