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Bekenntnis: Irie Révoltés begeistern auf der Bildeparkbühne mit Songs und Ska.

Bekenntnis: Irie Révoltés begeistern auf der Bildeparkbühne mit Songs und Ska.
© Wilde

Festival mit Moop Mama

Irie Révolté auf der Gilde Parkbühne

Klaren Ansagen, harte Beats: 4500 feierten mit Irie Révoltés ein Festival.

Hannover. Zum Abschied wird nicht hingeplätschert, zum Abschied wird hingefeiert – am zweiten Tag ihres Festivals an der Parkbühne geben die Irie Révoltés ihr letztes Festival- und Hannover-Konzert und vor 4500 Fans nochmal alles, was sie in ihren 18 Jahren zu Szenefavoriten hat wachsen lassen: Rhythmus, Message, gute Laune trotz gewichtiger Themen.

Das ist ein schöner Moment als Moop Mama unter einem Regenbogen auftreten. Die zehn Mann aus München tragen rotweiße Fantasieuniformen, „Meermenschen“ ist ein nachdenklicher Opener. Ihr Sound hat viel vom Hamburger Bahnhof Soul. Neben einer Reihe von Blasinstrumenten spielt die Gruppe auch mit den Zuhörern, wagt den Weg nach unten: „Wer sich wie ein Erwachsener benehmen will, sollte jetzt gehen.“ Die Arrangements sind klasse, doch ganz stimmig wird der Auftritt nicht. „Alle Kinder“ könnte glatt ein Otto-Waalkes-Cover sein, der Blödeltext wirkt auf einem so genuin politischen Festival etwas deplatziert – wo die anderen Bands ernste Dinge im Spaß sagen, kommen Moop Mama anderthalb Stunden von der Halbironie nicht weg.

Nach transparenten Soundchecks bei den Vorbands ist vor den Révoltés ein weißer Vorhang gespannt. Als der fällt, tanzen die Sänger Mal Éléve und Carlito mit ihren Fans zum Soundtrack heißer Demo-Sommer. „Ruhe vor dem Sturm“ kann nur ein Rückblick sein, so wie es jetzt abgeht – Dancehall-Rhythmen und „allez, allez“ machen eine Atmosphäre, in der von linker Melancholie nichts zu spüren ist. „Resisdanse“ und „Freiheit und zwar jetzt“ – die Révoltés sind die bedeutendsten Revolutionstexter mit französischer Ader seit Heinrich Heine.

„Soleil“ ist zwar ganz alt, aber die Band nimmt einfach an, dass jeder den Text kann – und hat Recht. Neben einem Einhorn-Luftballon gehen wieder mehrere Pyros in die Höhe, Mal Éléve warnt: „Gestern gab es ein paar Verbrennungen.“ Viel Applaus für ein improvisiertes Beatbox-Rap-Duett um den „Antifascista“-Schachtruf.

Später kommen dann noch „Viva con Agua“-Volunteers auf die Bühne, mit der Organisation arbeitet die Band schon seit zehn Jahren gemeinsam, einen Dank an das Netzwerk lässt sie sich nicht nehmen – jetzt ist Festival-Stimmung, der Révoltés-Express hat mächtig an Fahrt aufgenommen und lässt sich nicht mehr stoppen. Ein Shoutout ans UJZ Kornstraße, eine Songwidmung an die Rote Flora, eine Ska-Hymne – alles lässt Band und Fans dieselbe Welle reiten – bis zum Abschied.

Von Lilean Buhl


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