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HUT AB - GROSSE SHOW: Klassische Jacko-Moves zu "Billie Jean".

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Immortal - Europapremiere in Londons 02-Arena

Die Leute rufen immer wieder „Michael, Michael!“ 11500 Fans sind am ersten von acht Abenden in Londons O2-Arena, um Auferstehung zu feiern.

London. Und es sind die ganz Jungen, für die Michael Jacksons Musik ein alter Hut sein müsste, die als Erste aufspringen und tanzen. „He’s a myth!“, ,er ist ein Mythos‘, sagt die 16-jährige Clare Kennedy. „Mein Märchenprinz“, schwärmt ihre Schwester Pauline (14). Familienmitglieder des Märchenprinzen sollen anrücken, Schwester Janet etwa, das Gerücht bleibt unbestätigt. Aber U2-Gitarrist The Edge ist unter den Jackson-Fans, er hat sich im Foyer unters Volk gemischt - ein ganz normaler Superstar.

Ein elfköpfiges Poporchester (darunter Musiker aus Jacksons Band) spielt bei der kanadischen Show „Michael Jackson - The Immortal World Tour“ und fügt all die großen Songs in exquisiter Klangqualität nahtlos aneinander. Die Stimme kommt aus der Konserve, vom toten King of Pop, und wenn der die Massen in der O2 mit „I Just Can’t Stop Loving you“ ansingt, beruht das auf Gegenseitigkeit. Drei Jahre nach seinem Tod ist Jackson zur Love-&-Peace-Figur der 80er und 90er verklärt. Der Cirque du Soleil breitet auf seine zirzensisch-poetische Weise das Universum Jacko noch einmal aus und belebt dessen magisches Miteinander von Soul, Pop, Tanz und Fantasie neu.

So ist Michael Jackson am Ende doch noch in der O2 angekommen, wo er für 2009 seinen Comeback-Konzert-Marathon angekündigt hatte. „Es ist seltsam, dieses Gebäude zu sehen, es ist … so groß“, sagt Travis Payne, der seit 1991 für Jackson arbeitete, der auch die „ThisIsit“-Tour mit konzipiert hatte und jetzt als Choreograf bei „Immortal“ wirkt. „Das Schwerste war es“, sagt er, „ihn nicht mehr um Rat fragen zu können. Trotzdem ist es mir irgendwie gelungen, ihn immer bei mir im Raum zu haben.“ Payne lacht. Der King of Pop mag tot sein, aber er lebt.

Und um ihn in der O2 auch den Leuten in den entferntesten Krähennestern nahezubringen, projiziert man Jacko Superstar auf riesige Videowände. Was die große Schwäche der Show ist. Denn die Bilder lenken ab von den artistischen Sensationen. War man nachmittags bei der Probe im Bann eines Künstlerpärchens, das ohne Karabinersicherung in Nervenkitzelhöhe am Kautschukseil unglaubliche Figuren vollführte, gerät die artistische Meisterleistung am Abend vor den Monsterscreens fast zur Nebensache. Immerhin: Die in Ringen schwebenden Lichtwesen in Anzügen mit 390 LEDs lässt man nicht mit den Giga-Bildern konkurrieren. Und halten sie große, rot glühende Plastikherzen hoch, macht die Show (wie früher Jackos) eine dicke Arschbombe in den Kitsch.

50 Tänzer und Akrobaten tauchen zwei Stunden lang auf, liefern ab und verschwinden wieder, um im Fuchsbau (für schnelles Umkleiden) oder Kaninchenbau (für sehr schnelles) in die nächste „Rolle“ zu schlüpfen. 250 Kostüme und 1200 Accessoires werden in den Katakomben bereitgehalten: 200 Hüte, eine rote Lederjacke à la „Billie Jean“, die „HIStory“-Patronengurte. „Michael!“, rufen die Leute. Kein Wunder.

Hauptfigur ist Mime (Salah Benlemqawansa), ein perlmuttig glitzernder Clown mit weiß geschminktem Gesicht, ein Wesen der Reinheit und Unschuld - der entrückte, staunende Über-Jacko, das immerwährende Kind. In „Immortal“ wird mal nicht (wie in den vielen, nostalgischen Tribut-Shows) Jacko-Leben nacherzählt, Leiden an der bösen Welt, Ruin der Karriere durch Pädophilie-Vorwürfe. Hier geht es allein um Bilder für Jacksons künstlerische Vision, hier ist man im Traumarium, auf Peter Pans Holodeck, auf dem die Videos „Thriller“ und „Smooth Criminal“ live inszeniert werden, der Moonwalk und all die legendären Moves. Zwei Stunden weilt man in Jacksons Kopf, zwei Stunden ist sein Genius präsent, dann geht die Show mit „Black or White“ und einer Flaggenparade in die Zielgerade. Applaus stehend, in Sturmstärke.

„Wir haben die Flaggen aller Länder dabei ...“, hatte Pressebetreuerin Laura Silverman am Nachmittag stolz verkündet und war dann in das verräterische „Immortal“-Präsens gerutscht, das Auferstehungstempus, das hier viele pflegen:

„... denn Michael Jackson liebt alle Völker ...“

Bewertung: 5/5

„IMMORTAL“ In der TUI-Arena

Der Cirque du Soleil begann als eine Gruppe von Straßenkünstlern in Quebec und ist heute ein Unternehmen mit 5000 Mitarbeitern, das 20 tourende und fest ansässige Shows rund um den Globus präsentiert. Nächstes Projektdes Cirque ist eine feste Michael-Jackson-Show in Las Vegas (völlig anders konzipiert als „Immortal“), die im Mai im Mandalay Bay in Las Vegas uraufgeführt werden soll.

„Michael Jackson – The Immortal World Tour“ hatte im Oktober 2011 Premiere. Am 16. November starten in Frankfurt die Deutschland-Shows, am 28. November macht die Show in Hannovers TUI-Arena Station. Veranstaltungsbeginn ist um 20 Uhr, Karten zwischen 62,60 und 107,60 Euro gibt es unter 0511 / 44 40 66 und an allen Vorverkaufsstellen.

www.hannover-concerts.de


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