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Zurück in die Schulzeit: Ralf Schmitz zeigt „Schmitzenklasse“, hier ein Archivbild.

Zurück in die Schulzeit: Ralf Schmitz zeigt „Schmitzenklasse“, hier ein Archivbild.
 © Michael Wallmüller

Comedy

Hier sitzen alle in der Schmitzenklasse

Toller Improcomedy-Abend: Ralf Schmitz („7 Zwerge“) gastierte im Theater am Aegi. Mit seinem Programm „Schmitzenklasse“ entführte er die Zuschauer zurück in die Kindheit.

Hannover.  Ihm glaubt man alles. „Es braucht nun niemand mehr auf die Bühne“, sagt Komiker Ralf Schmitz mit Unschuldsmiene. Gleich darauf spricht er wieder jemandem aus dem Publikum an und sagt dann: „Ich habe gelogen. Komm hoch!“ Und weiter geht die Mitmach-Comedy im Theater am Aegi, bei der das Publikum – und besonders jene, die Schmitz am Wickel hat – ebenso wichtig ist wie er.

Nach zwei restlos ausverkauften Auftritten im Oktober 2016 zeigt Schmitz wieder zwei Abende lang sein aktuelles Programm „Schmitzenklasse“. Insgesamt fast 2200 Fans erlebten das Energiebündel in Höchstform.

Mit „Schmitzenklasse“ katapultiert er alle zurück in die Schulzeit. Entsprechend die Kulisse: eine alte Schulbank, statt Tafeln Leinwände (die auch Tafeln abbilden). Schmitz zeigt Fotos von damals (tobende Kinder) und heute (Kids mit Smartphones) und „Willst du mit mir gehen?“-Fragezettel. Er erinnert an „Leckmuscheln“, „Liebesperlen“, „Puffreis“. „Gott, waren wir versaut. Klingt nicht nach Kiosk, sondern nach Beate Uhse“, sagt er lachend. Witzig seine Idee modernen Religionsunterrichtes: Mittels TV-Zapping spielt er die Jesus-Geschichte nach, auch mal als als Markus Lanz oder Inspektor Columbo.

Gern ist er im Aegi. „Hier ist die erste Reihe so schön griffbereit.“ Doch es erwischt auch Leute weiter hinten. Dann quetscht er sich durch eine Sitzreihe, befragt i die Gäste, setzt sich hier auf einen Schoß, macht dort ein lustiges Interview. Gnadenlos kann er sein, bis er die Auserwählten auf der Bühne hat. Wegducken und Weggucken bringt nix.

Zum Brüllen komisch sind seine mit irrwitziger Situationskomik und Spontanpointen durchsetzten Improvisations-Schauspielszenen, mit Begriffen aus dem Publikum und seinen Auserwählten: So die Action-Szene „Blut in der Schulküche“ mit zwei Männern namens Ronny und Peter, die pantomimisch „rosa Handgranaten“ werfen und gleiche Sätze sagen müssen. Oder die Restaurantszene mit dem Paar Dennis und Simone), bei er als Aushilfskellner je nach Berufsgruppe (Feuerwehrmann, Stripper ...) mit vollem Körpereinsatz bedient. Superlustig seine Erzählung des Alltaglebens von Zuschauerin Birgit, die ihn nur mit Glocke und Tröt-Geräusch dirigiert.

Herrlich komisch auch sein Interview mit dem Goldene-Hochzeit-Paar Helga und Peter, das ihn mit lässiger Ehrlichkeit begeistert und deren erste Begegnung er als Impro-Musical bringt. Als Zugabe sein Klassiker: seine geniale Nummer als sprechende Puppe, die unter großem Gelächter von einem Zuschauer (einem Christian) bewegt wird. Großartige Unterhaltung. Am Ende satter Jubel.sei 4*

Von Christian Seibt


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