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Kultur Heun & Söhne und Alex Burkhard gewinnen Dichterschlacht
Nachrichten Kultur Heun & Söhne und Alex Burkhard gewinnen Dichterschlacht
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00:16 01.11.2017
Volle Hütte: Das Finale der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften fand im vollbesetzten Opernhaus statt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

 Muss man als Poetry Slammer Baskenmützen tragen? Nein, und an diesem Abend gibt es wichtigere Fragen als, was Poetry Slam zu sein hat. Beim Finale der deutschsprachigen Meisterschaften im Opernhaus verkündete Mitveranstalter und Moderator Henning Chadde: „Sie wissen nicht, was das hier ist? Jetzt erfahren sie es. Willkommen im 21. Jahrhundert!“

Für diese Erfahrung hatte die Dichterschlacht gute Vertreter dabei. Fünf Tage lang traten die Slammer in der Faust, der Orangerie und abschließend eben dem Opernhaus an. Die Finalrunden waren ein Höhepunkt, nicht nur weil die Oper ein hervorragender Ort für wortreiche Kunst ist, sondern die Stimmung tatsächlich spannungsvoll war.

Was man von den Teilnehmern nur zum Teil sagen kann. Den Auftakt machen die Finals der Teams, die immer aus zwei Slammern besehen. Zum Teil mit coolen Texten, die im Buchstabieren des Begriffs der eigenen Mutter erklären, warum es sich lohnt, für und nicht unbedingt von Poetry Slam zu leben. Auf der anderen Seite mit einem Fremdscham-Duo aus Vater und Sohn, das eine Art Battle-Rap hervorbringt. Dort „disliked“ der Sohn den Vater für sein Alter, während der ihn für sein ständiges „Dissen“ ins Bett schickt. Umso besser Team LSD, das darüber sinnierte, wie schlimm dieses Früher war, das viele so viel besser finden. Ein Früher voller Krieg, Raucher und Kinderleben, die von Atombomben zerstört werden.

Gewinner sind schließlich Heun & Söhne mit einem Text, der Verallgemeinerungen politischer Gruppierungen verurteilte. Ein politisches Thema, wie es erwartbar beim hannoverschen Publikum recht gut ankam.

Bei den Einzelteilnehmern schlägt Alex Burkhard mit einem Text über eine Frau, die sich nicht festlegen will, Fabian Navarro, der von Unsicherheit spricht. Am Ende bleibt trotz dieses Themas die Gewissheit, dass diese jungen Menschen sich ziemlich für Entschleunigung interessieren, wie verwöhnt wir doch alle sind und wie man trotz Germanistik-Studium erwachsen wird. Klingt doch gut.

Von Jan Heemann

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