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HIER IST WAS LOS: Kein Wunder, denn es wird die Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" gespielt. © Grünreich

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NPInterview

Hans-Peter Lehmann: Oper auf dem Lande: „Unnachahmlicher Zauber“

Oper auf dem Lande mit tollen Sängern - Hans-Peter Lehmann plant Orffs "Kluge"

Große Musik in schöner Umgebung, dafür steht die „Oper auf dem Lande“: Gründer und Ex-Opernintendant Hans-Peter Lehmann über die neue Saison, tolle Sänger - und warum Arien in der Natur Spaß machen.

Großes Opern-Open-Air boomt ja zurzeit - wie Hannovers „La Bohème“ am Maschteich gezeigt hat. Profitiert davon auch die „Oper auf dem Lande“?

Aber unbedingt. Das ist schon eine Erfolgsgeschichte, seit wir die „Oper auf dem Lande“ vor sieben Jahren gegründet haben.

Was ist eigentlich diese „Oper auf dem Lande“?

Eine Veranstaltungsreihe, die jungen Musikern nach dem Ab-schluss an der Musikhochschule erste professionelle Engagements ermöglichen soll. Die Zuschauer bekommen also hohe Qualität. Auch in Sachen Orchester. Dafür bürgt Matthias Wegele, der lange Jahre Kapellmeister an unserer Staatsoper war.

Große Oper braucht ein großes Orchester ...

Unser Dirigent hat die Stücke so eingerichtet, dass auch mit 14 hochprofessionellen Musikern alles möglich wird.

Was ist das Besondere an Opernaufführungen unter freiem Himmel?

Ich bin jedes Mal begeistert von den Bühnenbildern, die uns Mutter Natur geschenkt hat. Das hat schon einen unnachahmlichen Zauber, den kein Opernhaus bieten kann. Mensch, Musik und Natur sollen in unseren Aufführungen zusammen klingen. Die historischen Gebäude werden dabei zu einer trefflichen Kulisse. Das ist doch großartig, wenn der Don Giovanni plötzlich auf dem Balkon eines Herrenhauses auftritt und seine Arie singt.

Wie finanziert sich das alles?

Na ja, nur über die Eintrittspreise ist das nicht möglich. Wir haben glücklicherweise großzügige Sponsoren und Stiftungen.

Ihr Lieblingsstück aus dem laufenden Programm?

Natürlich alles ... Ich würde sagen, die Arien von Lortzing. Ich finde, der wird sowieso viel zu wenig gespielt. Auch das ist so eine Art Kulturauftrag der Oper auf dem Lande: auch Stücke zu bringen, die wir vielleicht zu sehr vernachlässigen.

Pläne fürs kommende Jahr?

Ich würde mir sehr „Die Kluge“ von Carl Orff wünschen, ein ganz wunderbares, seltenes Stück. Aber da stehen wir noch in Verhandlungen.

Und was macht Hans-Peter Lehmann sonst so?

Ich beschäftige mich natürlich weiter mit Richard Wagner, werde weltweit zu vielen Vorträgen eingeladen, um über das Werk des Meisters zu sprechen.

Die Opern auf dem Lande beginnen jeweils sonntags um 15 Uhr, Auf dem Programm 2015 stehen Lieder von Mozart und im zweiten Teil (eine Stunde Picknick-Pause) schönste Arien von Lortzing, Bizet, Rossini und Mozart („Zauberflöte“, „Don Giovanni“). Eintritt: 20 Euro.

Bad Rehburg

Hier passen vor allem die Arien aus dem „Wildschütz“ von Albert Lortzing. Am kommenden Sonntag (2.8.) ist die „Oper auf dem Lande“ im romantischen Park von Bad Rehburg zu Gast. Die ehemals königlichen Kuranlagen geben eine prächtige Kulisse ab für „Ich bin ein schlichtes Kind vom Lande“, gesungen von Maximiliane Schünemann. Zwischen 1750 und 1850 lockte der damals als „Madeira des Nordens“ bekannte Kurort mit seinen Quellen die hannoversche Aristokratie an – darunter auch die Welfen-Könige.

Der Garten

Bis vor wenigen Jahren unzugänglicher Privatbesitz, hier erklingt dann am 8. August „In diesen heilgen Hallen“ aus Mozarts „Zauberflöte“ (gesungen von Michael Humann): Opernarien in Breidings Garten südlich von Soltau. Vor 150 Jahren hatte eine Indu-striellenfamilie hier eine Villa im italienischen Stil und einen Garten im englischen Stil angelegt – mit Zierteichen und einer künstlichen Ruine. Die Vielfalt von Pflanzen (verwilderte Narzissen) ist einmalig in Niedersachsen. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz.

Ricklingen

Mit ein bisschen Glück passt zu später Stunde dann das „Lied an den Mond“ aus Dvo?áks Oper „Rusalka“ (gesungen von Maximiliane Schünemann): Zum Abschluss der diesjährigen Saison ist die Oper auf dem Lande am 15. August auf dem Edelhof Ricklingen. Das Gesamtensemble (das sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen lässt) umfasst Garten, Wald und historische Gebäude – und ist schon besonders durch seine unmittelbare City-Nähe. Hier treffen sich im Konzert dann Don Giovanni und der Barbier von Sevilla.


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