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Kultur Hannovers lustige falsche Tante
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14:53 17.11.2017
Lustige Truppe: (von links) David Imper, Julia Pohl, Wolfgang Finck, Jeannine Schulte und Manuel Dragan spielen im Neuen Theater „Charleys Tante“.
Hannover

„Seh’ ich Wicken, dann denke ich an ...“, sagt beschwipst der kräftige Gärtner Brassett (Wolfgang Fink). Der ist aber als solcher nicht mehr erkennbar, steckt er doch – ganz „Charleys Tante“ – im opulenten Frauenkleid und hat eine Lockenperücke auf.

Am Arm (und am Hacken) hat er den abgebrannten, in Ausgehuniform aufgebrezelten Witwer und ehemaligen Armee-Angehörigen ihrer Majestät, Sir Francis (Christian Preuß), der sich an ihn ranmacht. Weiß doch der Witwer, dass die von Charley (David Imper), dem Studienfreund seines Sohnes Jack (Manuel Dragan), vorgestellte Dame aus Brasilien reich und ledig ist.

Der trinkfreudige Brassett spielt diese Frauenrolle nur, weil Jack und Charley ihren beiden Angebeteten, Amy (Julia Pohl) und Kitty (Jeannine Schulte), jeweils ihre Liebe gestehen wollen, aber einen „Anstands-Wau-Wau“ – eine Anstandsdame – benötigen und ihn mit Whiskey entlohnen. Dass er bereits das Kleid anhat für eine Laienschauspielprobe, passt perfekt.

Nach dem erfolgreichen Thriller „Gänsehaut“ präsentiert das Neue Theater nun wieder eine Komödie, und zwar einen der Komödien-Klassiker überhaupt: „Charleys Tante“, der weltberühmte, in mehr als 100 Sprachen übersetzte Schwank von Brandon Thomas, feierte in einer hannoverschen Erstaufführung seine ausverkaufte Premiere.

Regisseur Oliver Geilhardt hat eine eigenständige, wunderbar witzige und liebevolle Version des Stückes von 1892 geschaffen, das im England der Grammophonzeit spielt: Als Bühnenbild (Reinhardt Kempf) ein romantischer Garten, umgeben von Hochhecken, mit stilvollen Gartenmöbeln und Springbrunnen, inklusive Hintergrund-Vogelgezwitscher. Dem entsprechen die schönen Kostüme (Anne Gerhardt, Rebecca Moltenbrey). Mit viel Schwung und prima Timing spielt das siebenköpfige Ensemble den sich anbahnenden Schlamassel.

Fink bringt allein in seinem Kostüm alle zum Lachen. Dazu brilliert er mit lustiger Mimik als munter pichelnde Tante. Denn die echte Donna Lucia d’Alvadorez, überzeugend verkörpert von Beatrice Fago, verspätet sich. Sehr komisch, wie Jack versucht, die falsche Tante einigermaßen zu kontrollieren. Herrlich-lustige Unterhaltung. Viele Lacher, Zwischenapplaus. Am Ende langer, kräftiger Beifall und lachende Gesichter der 150 Zuschauer.

Bis 10. Februar im Neuen Theater.

Von Christian Seibt

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