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Nachrichten Kultur Hannovers Kinobetreiber bündeln ihre Kräfte
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20:36 15.12.2009
Von Stefan Stosch
Cinemaxx-Gründer Hans-Joachim Flebbe Quelle: Rainer Dröse (Archiv)

Auch die Cinemaxx-Theater spielen inzwischen Arthouse-Filme, etwa deutsche Werke (demnächst „Dinosaurier“ von Leander Haußmann) oder auch den neuen Woody Allen („Whatever Works“). Flebbe ist ausgestiegen aus dem Cinemaxx-Konzern und zurückgekehrt zu seinen Wurzeln. Er hat das Hochhaus-Kino in der Goseriede übernommen. Sobald der Umbau am Raschplatz abgeschlossen ist, will er auch dort wieder Kinokunst präsentieren. Aber nicht allein. Er hat sich Verstärkung gesucht. Mit von der Partie wird Torben Scheller sein, der seit 2005 erfolgreich das Apollo-Kino in Hannover-Linden betreibt.

Ein anderes bekanntes Gesicht aus Hannovers Cineastenszene, Torsten Gladrow, ist nach dem derzeitigen Stand nicht mehr mit an Bord. Lange Zeit hat Gladrow das Programm im alten Raschplatz gestaltet und immer wieder Regisseure und anspruchsvolle Filmreihen nach Hannover geholt. Besonders dem französischen Kino gilt seine Leidenschaft. Bislang sollte der 48-Jährige im Raschplatz die Leitung übernehmen. Nun will er eigene (Kino-)Wege gehen, vielleicht auch in Hannover.

Flebbe hat sein Ziel fest ins Auge gefasst: „Es kommt jetzt darauf an, das Publikum am angestammten Platz hinter dem Hauptbahnhof zurückzuerobern“, sagt er. Ein Selbstläufer dürfte das nicht werden. Die Zeiten seien härter geworden durch die neue Konkurrenz der Cinemaxx-Kinos. „Wir haben keine Monopolstellung mehr“, so Flebbe.

Deshalb will er die Kräfte bündeln. Sein neuer Partner Scheller sei gut vernetzt in Hannover, besser, als es ihm möglich sei. Flebbe ist auch in anderen Städten engagiert, beispielsweise in Berlin. Dort bespielt er am Kurfürstendamm ein Luxuskino, die Astor Film Lounge. Scheller soll am Raschplatz für das nötige „Lokalkolorit“ sorgen und Kino gezielt für das hannoversche Publikum organisieren.

Scheller und Flebbe kennen sich aus früheren Zeiten. Der Apollo-Chef hat im Cinemaxx-Konzern seine Ausbildung zum Filmkaufmann absolviert. Er bringt nach Flebbes Worten den betriebswirtschaftlichen Sachverstand mit. Später war Scheller als Geschäftsführer des Kinobüros Niedersachsen mit der Förderung der Filmkultur auf dem Land betraut. Nach einem zweijährigen Intermezzo bei der niedersächsischen Mediengesellschaft Nordmedia machte er sich selbstständig. In Northeim betreibt der 41-Jährige die Neue Schauburg. Das Apollo, so Scheller, solle in jedem Fall sein eigenständiges Profil behalten.

Die Raschplatz-Eröffnung ist für die zweite Februarhälfte vorgesehen. In den vier Sälen soll viel europäisches Kino gezeigt werden, auch mit digitaler Technik. Gut 400 Plätze stehen zur Verfügung. 100.000 bis 150.000 Besucher pro Jahr sind angepeilt. Das Foyer soll großzügiger ausfallen als bisher, damit die Gäste noch auf ein Glas Wein bleiben.

Für Hannovers Cineasten stehen mit der Öffnung des Raschplatz-Kinos wieder bessere Zeiten in Aussicht. Momentan sind viele interessante Film nicht oder erst verspätet in Hannover zu sehen. Es fehlt einfach an Leinwänden. Dieses Schicksal droht auch Jane Campions viel gelobtem Liebesdrama „Bright Star“, das nächste Woche bundesweit anläuft. Das Werk einer so berühmten Regisseurin („Das Piano“) schafft es nicht nach Hannover – dieser Zustand wird von Februar an hoffentlich der Vergangenheit angehören.

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