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Kultur Hannover: Nena rockt die Gilde-Parkbühne
Nachrichten Kultur Hannover: Nena rockt die Gilde-Parkbühne
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00:23 01.06.2018
DIE HAARE WEHEN; DIE BEINE FLIEGEN: Nena fegt locker über die Gilde-Parkbühne – von 58 Jahren keine Spur. Und bei ihren alten Songs neckt sie viele Fans: „Da wart ihr ja vielleicht noch gar nicht auf der Welt.“ Quelle: Behrens
Hannover

Die Temperaturen sind hoch, und es ist schwül, 4500 Fans warten vor der Gilde-Parkbühne mit viel Bock auf Pop-Musik. Große Trommeln werden geschlagen und heizen dem Publikum nun zusätzlich noch ein, die Stimmung steigt, und die glücklichen Gesichter glühen, als Nena endlich auf die Bühne springt und mit „Indianer“ loslegt.

Die Frau hat Lust, sie dreht voll auf und springt und läuft singend über die Bühne. Nena ist ein Unterhaltungsprofi, sie klatscht die Fans ab, man spürt ihr Adrenalin, die 58-Jährige will ihre Anhänger noch immer voll begeistern.

Wie vor 36 Jahren, als ihre Karriere mit „Nur geträumt“ begann. Und egal, bei welchem Song, Nena hält das Mikrofon in die Menge und ein lauter Chor von vielen Generationen Musikfans singt mit.

Nena ist ein europäischer Star, sie spielt auf ihrer großen Jubiläumstour in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und den Niederlanden. Berührungsängste hat sie nicht während ihrer gut zwei Stunden langen Show mit weit über zwanzig Songs.

Zwei ihrer Kinder hat sie als musikalische Verstärkung mitgebracht, Tochter Larissa und Sohn Sakias. Bei „Weißes Schiff“ zeigt Sakias, dass er richtig gut singen kann; „Genau jetzt“ singt Nena im Duett mit Larissa.

So bleibt vieles in der Familie, ihre neunköpfige Band nennt sie ebenso – die Dreifach-Oma mit der „Lizenz zum Hotten“. Das 40-jährige Bühnenjubiläum, die 25 Millionen verkauften Tonträger weltweit; Nena ist eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen aller Zeiten – Gabriele Su­sanne Kerner aus Hagen, ein Stück Popkultur made in Germany.

Auf ihrer neuen Single „Be my Rebel“ hat sie mit dem Eurythmics-Mastermind Dave Stewart zusammengearbeitet; nun zieht sie alle Rock-Register, macht auf Punk, kann Chanson und Musical. Auf den Laufstegen hüpfen langhaarige Musiker und Backgroundsängerinnen in kurzen Röcken. Der wilde Mann am Schlagzeug drischt auf die Felle ein, und mittendrin zieht die schlanke, schwarzhaarige Sängerin in ihren hautengen, schwarzen Lederhosen und im schwarzen Top ihre Kreise.

Auf einer kleinen Bühne auf dem Rasen der Gilde-Parkbühne spielen sie „Noch einmal“, von Carlo Karges, dem früh verstorbenen Nena-Gitarristen, dabei nimmt sie die Gitarre in die Hand, das ist ein seltenes Bild.

„I’ve got to pee“, ich muss pinkeln, erzählt sie sich und den Fans. Die werden jetzt Zeuge einer „Band-Probe“, punkig, rotzig und direkt. Sie mixt das dystopische, avantgardistische „Satellitenstadt – wie ein Eisberg kalt und glatt“, mit Markus’ „Kleine Taschenlampe brenn“, eine Reminiszenz an die Klänge der Neuen Deutschen Welle.

Eine feine Nostalgie-Show, jedoch frisch und gegenwärtig, denn auch die neuen Songs auf ihrer „Nichts versäumt“-Tour kommen gut an. Und mit einem Lied wie „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ werden die 80er Jahre wohl niemals zu Ende gehen. „Immer noch hier“ wird von vielen Fans mitgesungen, die ihre leuchtenden Smartphones über den Köpfen halten.

Die legendären „99 Luftballons“ lustwandeln am Ende in eine noch legendärere Hymne über: „Hey Jude“ von den Beatles. Ein furioses Finale, eine tolle Party, und alle feiern mit, so einfach geht das: Nena singt ihre Lieder, und die Fans lieben sie dafür.

Von Kai Schiering

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