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Corvus Corax

Corvus Corax
© Foto: Fischer

Konzert

Hannover: Corvus Corax im Pavillon

Es ist laut im Pavillon - Corvus Corax, die „Kolkraben“ aus Berlin, sind im Haus und spielen den archaischen Soundtrack für ihre Fantasy-Fans. Knapp 200 Mittelalter-Schwärmer sind gekommen.

Hannover. Es ist laut im Pavillon - Corvus Corax, die „Kolkraben“ aus Berlin, sind im Haus und spielen den archaischen Soundtrack für ihre Fantasy-Fans. Knapp 200 Mittelalter-Schwärmer sind gekommen. Nicht gar so viele, der große Saal ist abgehängt worden. Doch die Fans sind nicht schüchtern: Einige tragen Fantasie-Look, denn „Cosplay“, die fantasievolle Kostümierung, passt gut zu den „alten“ Klängen der Band. Bei Corvus Corax, den „Königen der Spielleute“, wie sie sich selbst gerne betiteln, sind große Pelzkrägen schick.

Die ostdeutsche Band wurde Ende 1989 gegründet, hier heißen die Frauen noch „Weiber“. Sänger Castus Rabensang, nennt sich „König Phillip der Schöne“ und redet wie ein Märchenonkel. Das muss man entweder mögen, oder darüber stehen, so wird es bleiben. Doch Merke, es gibt auch Mittelalter-Punk. Denn eine ihrer Band-Stärken ist ihr unbändiger Groove. Das ist nichts für Freunde des Mikrotimings, statt eines Schlagzeugs stehen zwei Trommel-Stationen links und rechts auf der Bühne. Schlagwerk heißt es hier - der eine Musiker bedient die Basstrommeln, der andere schlägt den Takt, und so kann das Sextett rumpeln und wackeln wie bei einem Marsch von Elefanten. Das hat jedoch seinen eigenen Charme. Drei Dudelsäcke plärren und quäken zu der Folklore, den Mönchs- und Minnegesängen. Jordon muss sich weit über seine selbstgebaute Drehleier beugen (die größte der Welt, behaupten sie), um darauf zu spielen und auch gleichzeitig noch zu singen; die mannshohen Hänge-Trommeln verlangen derweil den unermüdlichen Körpereinsatz der Pauker.

Corvus Corax haben ein „Fantastical“ geschrieben, eine Mischung aus Fantasy und Musical. Dabei unterscheiden sich auch diese Lieder nicht großartig von allen anderen. Denn ihre „Lyrik“ ist schwer geschwängert vom Mittelalter, meist versaut und dem Alkohol verschrieben: „Wir pfeifen auf die Leber“. So singen sie in Mittelhoch-Gälisch, und verstehen auch die Sprache der Wikinger, erzählen sie den Fans. Die kennen jedenfalls alle Texte, singen und klatschen mit. Ein moderner Solopart mit Maultrommel, Bass und Pauken hat fast technoide Klangfarben, das ist abwechslungsreich und überraschend anders. Im Pilotfilm von „Game of Thrones“, hatte die Band eine Gastrolle inne, doch leider wurde dieser Serienauftakt nie ausgestrahlt. Dafür spielen sie jetzt didie Titelmelodie der Erfolgsserie, das steht ihnen gut. Und mit den drei wichtigsten Dingen im Leben, „Venus, Vina, Musica“ – „Liebe, Schnaps und Rock ’n’ Roll“, verabschieden sie sich in die kolkrabenschwarze Nacht.

Von Kai Schiering


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