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Tui-Arena

Hannover: Cirque du Soleil - Fliegen und Staunen lernen

Die Hannover-Premiere von "Varekai", die Ikarus-Show des "Cirque du Soleil", war ebenso bezaubernd wie artistisch beeindruckend. Schade nur: Lediglich 1600 Zuschauer verliefen sich in der Tui-Arena.

Hannover. Diese Hannover-Premiere ist ein Vulkan voller Magie und Spaß: „Varekai“ vom Cirque du Soleil. Die Kanadier stellen mit ihrer Zirkus-Vision ihre Ikarus-Interpretation in der Tui-Arena vor. Bitter allerdings: Gerade einmal 1600 Zirkusliebhaber besuchten die Auftakt-Show, Teile der Tui-Arena waren abgehängt. Für die restlichen sechs Vorstellungen sind jedoch bereits 18 000 Tickets verkauft.
Einige Zuschauer haben die Show um den Helden Varekai schon gesehen. Das Ensemble tourte schon vor einigen Jahren mit der Geschichte in Deutschland. Damals allerdings in einer Zelt-Show. Nun wird „Varekai“ in der Arena erzählt, da sind Stimmung und Atmosphäre schon anders. Die Dramatik ist aber genauso fesselnd wie einst.
Auf dem Gipfel eines Vulkans spielt das Märchen. Es handelt von Empathie und Hilfe, von Liebe und Vertrauen. Und würde Varekai, der vom Himmel stürzt wie einst Ikarus, nicht in die Arme seiner Helfer fallen, ja, dann müsste auch er ein zerschlagenes Leben am Boden führen. In einem großen Netz wird Varekai in die Höhe gezogen, dort kann er sich bewegen, wie er es geliebt und gelernt hat – er fliegt.
Das sind akrobatische Traumsequenzen,
doch die Analogien zu 2016 sind gegeben. Varekai ist ein Fremder, ein Vertriebener auf unbekanntem Terrain und schutzlos einer feindlichen Welt ausgeliefert. Gespielt sieht das famos und beeindruckend aus. Die bunten, eigens für die Vorstellung geschneiderten Kostüme sind das Rückgrat der Performance. Jeder Darsteller hat seine Maskierung, viele Kleider erblühen erst auf den zweiten Blick.
Die aufregend-soulige Live-Musik ist eine weitere Stütze des Projekts. Die siebenköpfige Band um ihren starken und seligen Sänger Craig Jennings spielt mit Leidenschaft und viel Dynamik. Mal ist es ein schnelles Tempo, dann wieder geht es piano und ruhig weiter.
Viel Konzentration und Körperbeherrschung ermöglichen Fantasie und Akrobatik in einer Traumkulisse, und das Risiko ist immer mit am Start. Da sind die vielen Falltüren, die in die große, ovale Bühne geschnitten wurden. Hier genügt ein falscher Schritt, ein Blick in die andere Richtung und der Darsteller stürzt tief. Dazu die weit über 300 Tanzstangen, die in den Boden geschraubt wurden. Sie sind gut zehn Meter hoch und flexibel, wie der Stab eines Hochspringers. Das ist der Zauberwald, in dem die Kreaturen wohnen.
Konzipiert und inszeniert wurde „Varekai“ als ein Tribut an die nomadischen Seelen, den Geist und die Kunst der Zirkustradition. Das Wort bedeutet „egal wohin“.
Das Wohin haben die Cirque-du-Soleil-Macher schon beantwortet: immer nur aufwärts. 1984 hatten Straßenkünstler die Idee eines Zirkus ohne Tiere, nur mit Artistik und Humor. Inzwischen ist daraus ein Welt-Unternehmen geworden, mit Tourneen rund um den Globus, TV-Auftritten und Las-Vegas-Shows. Künstler aus über 50 Ländern sind beteiligt.
Ihre Kraft, ihr Können, ihr Schauspiel und Körpertalent, gepaart mit alten Zirkustraditionen sind das Geheimnis des Erfolgs. Und so werfen die Zuschauer ihren Kopf in den Nacken, staunen über die Weltklasse-Akrobatik an den russischen Schaukeln und dem Dreifachtrapez, freuen sich über die Verschmelzung von Akrobatik, Musik, Tanz und Theater – und geben auch viel Beifall; auch wenn die Show deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.
Wieder Donnerstag und Freitag (20 Uhr), Sonnabend um 16 und 20 Uhr, Sonntag um 13 und 17 Uhr. Karten kosten 46,65 bis 96,15 Euro.      schie


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