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Konzert

Hannover: Adel Tawil und 5000 begeisterte Fans

Die mit 5000 Zuschauern prächtig gefüllte Halle brummt schon vor lauter Aufregung. Viele Familien sind gekommen, junge Kinder auf den Schultern von Vati, doch dieses Fest ist besonders eins für Mutti. Der immer noch junge Mann mit dem schönen Namen Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil betritt zu den ersten Takten unter großem Beifall die Bühne in der Swiss-Life-Hall in Hannover. „Ausverkauft“ vermeldet der Veranstalter stolz.

Hannover. Adel Tawil, wie man ihn besser kennt, kehrt mit seinem neuen Album „So schön anders“ auf die Bühnen Deutschlands zurück. Mit seinem sahnigen Pop-Rock, den feinen Soul- und Hip-Hop-Elementen und den eingängigen Melodien hat er sich schon lange etabliert. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Künstlern.

Dass der Satiriker Jan Böhmermann ihn und viele seiner Kollegen wegen Oberflächlichkeit und musikalischer Monotonie kritisiert hat, ist heute Abend und diesem Publikum egal. Wie zum Beweis singt er ein Lied, das er über den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt geschrieben hat: „Gott steh mir bei“, wundert er sich – „ich dachte eigentlich, wir wären schon viel weiter“, beschreibt er die angespannte gesellschaftliche Situation in Deutschland.

Bis zu der Trennung 2014 hat seine Frau Jasmin die Keyboards in seiner Band gespielt. Mit einem lauten, guten Sound überzeugt nun die siebenköpfige Band aus Gitarren, Bass, Backgroundsängerin, Keyboard, Schlagzeug und Percussion. Die überwiegend persönlichen Songs werden dabei auch schon mal kräftiger präsentiert. Kompetent und professionell, wie Tawil selbst.

Er war Ende der 90er Jahre Mitglied der Boygroup The Boyz und erzählt auch davon. Ab 2005 bildete er mit Annette Humpe das äußerst erfolgreiche Duo Ich + Ich. Auf diesen Triumph konnte er aufbauen und sich persönlich und musikalisch weiterentwickeln. Das macht nachdenklich – „Die größte und die schwerste Prüfung auf meinem Weg“, davon singt er, der Berliner Songschreiber und Produzent mit den ägyptisch-tunesischen Wurzeln.

2016 hatte er sich bei einem Sprung in einen Hotelpool  schwer am Halswirbel verletzt; er überstand die Fraktur mit Glück und Geduld und ist vollständig genesen. Er ist seitdem vorsichtiger geworden, doch tanzt zu den Klängen seiner Musik, das geht immer. „Ich will nur, dass du weißt“ ist ein schöner Titel aus der Feder des Duos Stein und Kopplin von SDP. Und mit „Ob du online bist, hab ich so oft gecheckt“ ist die aktuelle Jugendsprache in den Songtexten angekommen.
Die selige und saubere Stimme des 39-Jährigen verzaubert, sie klingt immer noch jugendlich, er ist immer gut zu verstehen. „Ich bau ’ne Stadt für dich“ ist im Original ein Duett mit Cassandra Steen. Doch mitsingen müssen diesmal das Publikum und Backgroundsängerin Maria. So wie bei „Ist da jemand“ und „Sensation“. Denn das „ist den Menschen gewidmet, die oft in der zweiten Reihe stehen“.

Tawil ist ein netter Typ, er sieht gut aus, ist positiv und sanft. „So soll es bleiben“ von Ich + Ich veredelt die Zugaben. „Wir sind vom selben Stern“ ist eine Mischung aus Ideal und DÖFs „Codo“. Tawil geht dabei entspannt ins Publikum und singt mit seinen Fans den Re­frain. Das ist sympathisch und wirklich aufrichtig. Das Publikum, besonders die vielen jungen Fans, feiern ihn dafür be­geistert. 


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