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Kultur Hannover: 7400 feiern a-ha in der Tui-Arena
Nachrichten Kultur Hannover: 7400 feiern a-ha in der Tui-Arena
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00:17 29.01.2018
A-ha in der Tui-Arena Quelle: Frank Wilde
Hannover

Das Publikum zeigt sich freudig bis ausgelassen, mit 7400 Besuchern ist die bestuhlte Arena am Freitagabend gut besucht. Sie bejubeln ein Konzert ohne die ganz große Show.

Das norwegische Trio hatte sich 1982 zusammengefunden, Sänger und Posterboy Morten Harket räkelt sich auf seinem Hocker und macht die Frauen verrückt.  Sein Falsett war damals ebenso verblüffend wie extravagant. Keyboarder Magne Furuholmen und Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy – sie alle sind inzwischen über 55 Jahre alt und waren oft zerstritten und mehrfach getrennt.

Doch nun wollen sie es noch einmal wissen. Magne empfängt die Fans auf der runden und gemütlichen Bühne stolz und Skandinavien-niedlich mit einem kleinen Brocken Deutsch: „Hallo Hannover! Wir sind A-ha und freuen uns, hier zu sein.“ Und anstatt der Sequenzer und Synthesizer, wie bei einer typischen Band aus den 80er Jahren hört man im Laufe des Abends Klaviertöne, Streicher und sogar ein Spinett. Die Setlist besteht aus einer geglückten Auswahl ihrer Hits, aber auch selten live gespielte Stücke und zwei neue Songs werden aufgeführt.

Lupenrein unplugged geht es dabei nicht zu. Die MTV-Unplugged-Regeln verlangen zwar einen Verzicht auf elektrische und elektronische Instrumente, doch so ganz ohne Kabel und E-Klampfe können sie nicht: Even Ormestad greift bei einigen Songs zum E-Bass. Karl Oluf Wennerberg klopft auf Schlagzeug und Percussion, Morten Qvenild spielt das Piano und streut ein The-Doors-Zitat ein, ihren Arrangeur und Multi-Instrumentalisten Lars Horntveth haben sie ebenso dabei.

Ein Trio aus Streichern und mit viel akustischem Instrumentarium unterstützt die Performance mit Celesta, Cembalo und Harmonium, die ehemals elektropoppigen Klänge werden gekonnt mo­difiziert. Waaktaar wechselt munter zwischen seinen Akustikgitarren, das Septett im Hintergrund steht ihm kompetent mit Klarinette und Klavier zur Seite.

Ab und zu übernehmen die Streicher die Melodieführung, das ist für die A-ha-Kenner ungewohnt – doch das ist unplugged. Die Evergreens wie „Stay on these Roads“ oder „Hunting High and Low“ entfalten dennoch zuverlässig ihre Schönheit. „Forever Not yours“ oder das mit viel Applaus bedachte „Summer Moved on“ lassen beinahe kammermusikalische Gefühle entstehen.

Schwermut und Schwung sind hingegen nicht immer unter einen Hut zu bringen. Besonders deutlich wird das bei ihrer Zugabe „Take on me“. Zur melancholischen Ballade degradiert, wirkt der lebhafte Disco-Hit leider etwas vergeben. Mit Melancholie und sentimentalen Melodien hat die nach den Pop-Königen von Abba und Roxette erfolgreichste skandinavische Band ein Gesamtwerk geschaffen, das Perlen der Popgeschichte enthält.
Akustik-Pop mit Charme und Chuzpe, A-ha transformieren ihre einhundert Minuten elektronische Popmusik fast perfekt in akustische Gefilde, denn „wir betrachten die MTV-Unplugged-Gigs als eine abgespeckte Version von A-ha“, erklärte die Band zum Tourstart. Und das hat, bis auf wenige Ausnahmen, prima geklappt.

Von Kai Schiering

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