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Kultur Hannes Malte Mahlers „HOME. Sweet Home“
Nachrichten Kultur Hannes Malte Mahlers „HOME. Sweet Home“
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17:59 16.11.2017
Wehrhaft: Ein Panzerturm bewacht das Haus auf „Home: firmitas“.
Hannover

Menschenleere Wohnblocks, apokalyptische Stadtlandschaften, betonfarben und doch so gar nicht trist durch immer wieder überraschende Farbfelder: So sah Hannes Malte Mahler seine Idee von Heimat.

„HOME. Sweet Home“ heißt deshalb die Ausstellung im Verein „feinkunst e.V.“, die erste kuratierte Ausstellung, die sich hier dem Nachlass von Hannes Malte Mahler widmet. Die Serie „Home“ hatte der so tragisch verstorbene Künstler in seinen letzten Jahren noch begonnen und nicht vollendet. 17 Bilder daraus werden gemeinsam mit kleineren Blättern, Grafiken der Serie „Daily Performance“ präsentiert.

Grau ist alle Theorie, und durch Kunst bekommt sie hier die Farbe. In Grautönen schwelgt die späte Werkphase von Hannes Malte Mahler, wunderbar abschattiert und sogar noch erhöht durch den Kontrast mit den farbstarken Interventionen, die ebenso geistreich wie witzig sind,

Wie auf dem Bild mit dem anspielungsreichen Titel „Home: Sub prime inferno“, das eine große, ausgedehnte graue Stadtwüste zeigt, über der ein noch grauerer Wirbelsturm seine Runden dreht. Nur ein kleines Haus in dem weiten Feld ist freundlich-farbig illuminiert – weil es irgendwie in Flammen steht. Mit „Subprime“ wurden die faulen Hypotheken-Kredite in den USA bezeichnet, die vor gut zehn Jahren den Flächenbrand der Finanzkrise ausgelöst hatten.

Auf anderen Bildern scheinen Wellen aus Farbdiagrammen die Gebäude zu verschlingen, Trümmerlandschaften zu erhellen oder einer Welt („Home: Simulacra & Alternativen“), die Kopf steht, ein wenig Trost zu spenden,

Der hier fehlt: Zu den eindrucksvollen Stücken gehört „Home: firmitas“ – ein Wehrhaus, bei dem die Fenster mit genieteten und vermutlich schusssicheren Metallplatten vernagelt sind und auf dem Dach eine Art Panzerturm thront.

Und irgendwo, denkt man beim Betrachten der ganzen „Sweet Home“-Herrlichkeit, müssen doch auch die Bewohner sein. Und da sind sie auch, das ist der wunderbare Trick der Ausstellungsmacher, die zusätzlich zur „Home“-Reihe die „Daily Performance“ gesellt haben. Fröhlich-freundliche Personen, manche so klein, dass man mit den Augen zentimeternah ans Bild muss und den ebenso sicheren wie markanten Bleistiftstrich von Hannes Malte Mahler erkennen kann. Die Bilder sind inspiriert von alten Familienfotos, Dias der 60er und 70er Jahre, abgemalt, variiert, verfremdet und immer wunderbar.

Es ist wieder erstaunlich, über welch ein Füllhorn von Bildideen Hannes Malte Mahler verfügte und mit welchen überraschenden Stilmitteln er diese umsetzte. Und ein weiteres Ergebnis der Ausstellung: In den „feinkunst“-Räumen hat der Nachlass von und das Gedenken an Hannes Malte Mahler ein „Home, sweet Home“ gefunden.

Von Henning Queren

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