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Vor dem Bei Chez Heinz: Chrsitian Sölter freut sich auf das Hammerhai-Jubiläumskonzert.

Vor dem Bei Chez Heinz: Chrsitian Sölter freut sich auf das Hammerhai-Jubiläumskonzert.
© Frank Wilde

Hannover-Szene

Hammerhai werden 20

Hammerhai, eine hannoversche Band-Institution wird 20 Jahre alt. Gründungsmitglied und Sänger Christian Sölter erinnert sich.

Hannover. Stromlinienförmig, aber nicht zu sehr, kraftvoll und zielstrebig, besonderes Kennzeichen: dicker Kopf. das ist ein Hammerhai. Und das ist auch die hannoversche Band Hammerhai. Seit 20 Jahren prügelt sich das Quintett mit seiner Mischung Ska, Punk, Reggae und Metal durch die Clubs des Landes. Nun wird Jubiläum gefeiert.

„Es war nicht alles schlecht“, sagt Frontmann Christian Sölter mit belustigter Untertreibung. Man hat sich zum Gespräch im Bei Chez Heinz getroffen. Hier ist „Sölti“ Pressemensch und Programmchef; hier ist auch Keimzelle und Kreativzentrum der Band.

Den ersten Auftritt gaben Hammerhai am 1. November 2017. Die Gründungsmitglieder waren zuvor – von den Hippiehunters bis Tønstrøm – in anderen hannoverschen Bands zugange gewesen. Sölter erinnert sich: „Wir dachten uns: Lasst uns mal ein deutschsprachiges Skapunk-Ding machen – aber ohne Bläser.“ Stattdessen prägte in den ersten Jahren das Orgelspiel von Susii Liere den Sound der Band. Die Hannoveraner wurden in Indie-Kreisen weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, spielten zeitweilig vor bis zu 10 000 Zuschauern.

Ein erster Plattenvertrag kam. Der Erfolg des Debüts „Erledigt“ (1999) machte Hoffnung auf mehr. „Aber schon das nächste Album ,... schlägt zurück’ stagnierte auf gleichem Niveau.“ Eine gewisse Orientierungslosigkeit stellte sich ein: „Wir wollten auch Kunst machen und gleichzeitig gefällig sein“, so Sölter: „Das klappte nicht. Einiges, was wir damals aufgenommen haben, würden wir heute nicht mehr so machen.“ Sagt’s und lacht schallend.

Hinzu kamen persönliche Rangeleien und Umbesetzungen: „Plötzlich wurde es sehr harte Arbeit – da waren nicht mehr ein paar Freunde zusammen unterwegs.“ Mitglieder stiegen aus und zogen weg. Aus 50 Gigs im Jahr wurden 20, die ganz großen Ambitionen aufs Eis gelegt. Nach dem Ausstieg von Liere machte der Rest zeitweise als Tentakel de Luxe weiter. „Rockstar werden – den Zahn hatten wir uns gezogen“, sagt Sölter und spricht von der „normativen Kraft des Faktischen.“ Es sollte nicht sein.

Die Band stellte sich neu auf. „Wir sind heute“, sagt der 49-Jährige, der als Poetry-Slammer auch eine gewisse Wortverliebtheit mit sich bringt, „eine erfolgsunabhängig arbeitende Freundesband auf hohem Niveau.“

So darf es weiter gehen. Die Band schreibt neue Songs; mit dem erst 19-jährigen Hagen Balke ist seit Sommer ein Schlagzeuger dabei, der jünger ist als Hammerhai. Zum Jubiläum hat sich Liere angekündigt, Man ist Freunde gebleiben. Nein, es war nicht alles schlecht.

Mehr zu dem Jubiläumskonzert finden Sie hier.

Von Stefan Gohlisch


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