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Nachrichten Kultur Hamburger Elbphilharmonie wird zum Zankapfel
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17:33 28.01.2010
Wohl noch im Bau: Hamburger Elbphilharmonie. Quelle: dpa

Das Bauunternehmen Hochtief machte am Donnerstag Planungsänderungen durch den Bauherrn, die Stadt Hamburg, und den Generalplaner, die Architekten Herzog & de Meuron, für die Probleme bei der Hamburger Elbphilharmonie verantwortlich. „Einige von den Anpassungen sind bis heute noch nicht abgeschlossen, und ohne Pläne können wir nicht bauen“, sagte der Leiter der Hochtief-Niederlassung Hamburg, Thomas Möller. Der Baukonzern hat Mehrkosten in Höhe von 22,4 Millionen Euro angemeldet, außerdem hält Hochtief eine Verschiebung der Eröffnung der Elbphilharmonie um ein weiteres Jahr auf 2013 für möglich.

Die größten Probleme gebe es beim Bau des großen Konzertsaales, der privatwirtschaftliche Teil des Projektes, - das Hotel, die Gastronomie und die Eigentumswohnungen - sollen fristgerecht fertig werden. So sei die Tragwerksplanung insbesondere des Beton- und Stahlbaus wiederholt in der Bauphase überarbeitet worden, um allen Anforderungen der Haustechnik, der Architektur und Akustik gerecht zu werden. Das hätte Auswirkungen auf die Arbeit von Hochtief gehabt, die das Unternehmen auch begründete: „Der Vorwurf, wir würden den Sachstand nicht erläutern, ist nicht gerechtfertigt. Wir haben die Fakten in vielen Dokumenten und Mitteilungen belegt“, sagte Möller.

Als weiteres Beispiel für Abweichungen von den vereinbarten Plänen von Ende 2008 nannte Hochtief die Belüftung im großen Konzertsaal. Statt einer Billigvariante nach „Kanalbauart“ sei jetzt eine Luxusvariante nach „Schiffbauart“ geplant. Dadurch vervierfache sich auch das Gewicht eines einzelnen Moduls von 16 auf 64 Kilogramm - was dann auch wieder Auswirkungen auf die Statik und die Montage habe, die wesentlich länger dauere. „Man hätte das ausführen können, dazu gab es Pläne. Dann hat man sich aber entschlossen, es noch besser zu machen und das hat dann eben Auswirkungen auf Kosten und Zeit“, sagte Hochtief-Sprecher Bernd Pütter.

Die Frage ist nun, wer die Kosten für die Änderungen zahlen muss. Nach Angaben der Stadt ist dafür Hochtief verantwortlich, das Bauunternehmen sieht das anders. „Der Preis ist immer so fest wie die Planung. Die Änderungen muss der bezahlen, der sie zu vertreten hat“, sagte Pütter. Wenn das eine sinnvolle architektonische Weiterentwicklung ist, zum Beispiel aus Erfahrungen beim Konzertbau in Kopenhagen und Oslo, „dann ist das für uns eine Änderung und dann zahlen wir das nicht“. Bisher könne Hochtief keine einzige Änderung identifizieren, die nicht eine Optimierung der Architektur, der Akustik, oder des Brandschutzes sei.

Wenn es mit den Planungen so weitergehe, könnte der große Konzertsaal erst ein Jahr später fertig werden. „Die Elbphilharmonie wird definitiv nicht Ende 2011 fertig, also können wir sie auch nicht im Mai 2012 übergeben“, sagte Möller. Er schlug eine Eröffnung in mehreren Schritten vor. Auf ein bestimmtes Datum wollte er sich jedoch nicht festlegen. „Unsere Hochrechnung geht von Ende 2012 aus.“ „Wir wollen den Blick nach vorn richten. Wir wollen gucken, wo wir noch optimieren können und welchen Zeitraum wir am Ende erhalten. Klar ist, Mai 2012 geht nicht. Wo wir dann am Ende landen, das müssen wir sehen“, sagte Pütter.

dpa

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