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Eine große Party: 5000 Fans feiern Gentleman in der Swiss-Life-Hall und tanzen zu seinen Reggae-Hits.

Eine große Party: 5000 Fans feiern Gentleman in der Swiss-Life-Hall und tanzen zu seinen Reggae-Hits.
 © Foto: Petrow

Swiss Life Hall

Gentleman: Sommer-Party im Winter

Bester Reggae: Gentleman begeistert 5000 Zuschauer mit einem tollen Konzert in der ausverkauften Swiss-Life-Hall

Hannover. Das Gentleman-Konzert in der Swiss- Life-Hall ist schon lange ausverkauft, 5000 Besucher, denn die „MTV-Unplugged“- Show ist ein erfolgreiches Musikprojekt mit erstklassigen Musikern und edlen Gästen. Der gebürtige Osnabrücker und Wahl-Kölner Gen­tleman ist der Zeremonienmeister und einer der wenigen deutschen Reggae-Künstler, die auch im Ausland Erfolg haben.

Reggae jetzt, das heißt Sommergefühle im Winter, Feelgood-Musik zum Schneematsch. Zwischen den Instrumenten werfen Stehlampen gedämmtes Licht, zum größten Wohnzimmer Hannovers machen Gentleman und seine Band The Evolution die Swiss-Life- Hall. Teppiche und Sitzgelegenheiten für die Musiker, es wird eng und heimelig, die Kulisse stimmt beim Gentleman. Anstatt eines Supports singen die Backgroundsänger einige Lieder.

Darunter ist auch Tamika, die Frau von Tillmann Otto, wie Gentleman bürgerlich heißt. Es wird eine 15-minütige Eröffnung mit 14 Musikern und drei Backgroundsängern und -sängerinnen. Und es geht dabei zu wie bei einer Jamsession unter guten Freunden. Streicher und Bläser, es ist ein richtiges Reggae-Orchester.

Endlich erscheint Gentleman und legt direkt los. „Different Places“ sorgt für heißes Partyfeeling, und das von den Bläsern befeuerte „To the Top“ wird euphorisch gefeiert. Der ausgeflippte Partysound mit Ska und groovigen Beats kommt im Lauf des Abends nie zu kurz.

Es ist aber auch ein cooles, entspanntes Konzert, keine durchgängig laute Party, sondern geprägt von leisen Zwischentönen. Der Percussionist streichelt die Be­cken, Melodien stehen im Mittelpunkt, während sich auch Gentleman und die Sänger zurücknehmen. So entstehen interessante Versionen, den Grundton des Reggaes verlieren sie nie aus den Augen.

Auch das zart gespielte Streicher-Intro von „Memories“ erzeugt eine softe Stimmung, bei der die Feuerzeuge brennen und Gentleman mehr flüstert als singt. Als Gäste hat der Sänger Freunde und Weggefährten aus Jamaika und Walsrode eingeladen. Neben Claye, Daddy Rings und Alborosie ist es Martin Jondo, der für viel Begeisterung sorgt und mit dem er gemeinsam bei „Rainbow Warriors“ zum Gesangswettstreit mit dem Publikum aufruft.

Gentleman ist viel in Be­wegung, er läuft zu seinen Mu­sikern, zu den Fans und später auch direkt ins Publikum hinein. Und die stimmen lauthals mit ein, tanzen und wogen glückselig zum pulsierenden Rhythmus. Offbeat auf die Ohren. Gentleman ist ein gut gelaunter Frontmann. Kultstatus mit rauchiger Stimme, voller Gefühl und Leidenschaft. Einige improvisierte Momente lassen sie aus Routinen ausbrechen. Klassiker wie „Leave me Alon­e“, „Dem Gone“ und „Superior“, die Bob-Marley-Ballade „No Woman, No Cry“ – „Keep the fire burning, Hannover!“

Seine Teilnahme am TV-Format „Sing meinen Song“ „hat die Hallen vollgemacht. Das Schönste daran aber war, dass sich die sechs Künstler untereinander ausgetauscht haben“, gesteht er. Ein Karriereturbo, auch für ihn. Somit passt das Cover-Stück „Ich trink auf dich“ von Mark Forster perfekt ins Set. Mit dem Appell für Brüderlichkeit, Liebe, Aufrichtigkeit – „We can make it if we try, only if we try“ – endet eine großartige Show mit über zweieinhalb Stunden Musik.

Von Kai Schiering


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