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Wieder versammelt: (von links) Christian Decker, Thorsten Wingenfelder, Gero Drnek, Kai Wingenfelder, Rainer Schumann und Christof Stein-Schneider sind Fury in the Slaughterhouse.

Wieder versammelt: (von links) Christian Decker, Thorsten Wingenfelder, Gero Drnek, Kai Wingenfelder, Rainer Schumann und Christof Stein-Schneider sind Fury in the Slaughterhouse.
© Foto: Martin Huch

Probe für die Tui-Arena-konzerte

Geheimkonzert der Furys

Generalprobe geglückt: Fury in the Slaughterhouse haben den Durchlauf für die drei großen Arena-Konzert im Café Glocksee gespielt

Hannover. Sie sind zurück und gehen dahin, wo alles begann: Fury in the Slaughterhouse spielen im Café Glocksee, und Thorsten Wingenfelder erzählt von den Anfangstagen im dunklen Proberaum, gerade mal 20 Meter weiter, die Treppe runter. Dort haben sie vor 30 Jahren als Band ihre ersten Songs geschrieben, und dass er „Then she said“ überhaupt noch einmal spielen würde, hätte er nicht gedacht.

Fury in the Slaughterhouse, Hannovers Kultband, ist auf „Klassenfahrt“, wie sie es nennen, und jetzt ist ihre Generalprobe vor den drei ausverkauften Konzerten in der Tui-Arena am Wochenende. Das macht den Abend besonders, ihre Nervosität ist spürbar, und dass sie für Freunde und Bekannte im Café spielen, macht die Sache nicht einfacher.

Unter den gut 200 Zuschauern fehlen ein paar „richtige“ Fans, fehlt etwas mehr Radau und Lärm, das würde es den Furies vermutlich leichter machen. Und so brauchen die Sechs (plus Verstärkung Martin Huch) auch ein paar Titel, um so richtig warm zu werden.

Man merkt ihnen an, dass sie sich auf die große Halle vorbereitet haben. Ihre Ansagen stehen, Tagesaktuelles kommt dabei zur Sprache, von Donald Trump bis Dänemark. Kai erklärt ihre Vision, überbrückt „Umbaupausen“ und lässt viel Platz für Mitsing-Parts.

Ihr Set startet mit aufgeräumten Uptempo-Nummern, „Dance on the Frontline“ ist so ein neues Stück und ein passender Opener, vereint er doch alle Tugenden der Furies: wohlige Melodien mit einem satten Groove, dazu die ureigene Dynamik. Dass sie dabei immer ein wenig mit U2 flirten, ist ihre Routine.

Mit vier Gitarren rocken sie sich durch „Revelation“ und „Jericho“, alles Songs, die man kennt, obwohl es noch nicht einmal ihre bekanntesten sind. Bei „Radio Orchid“ werden Erinnerungen wach, „Milk and Honey“ ist rau, dafür gerät „Riding on a Dead Horse“ aufregend und krachend. Das ist interessant für die Zuhörer und lässt den persönlichen Rahmen noch inniger werden.

Bei dem schönen Pedal Steel-Song „Trees“ wird Martin Huch vorgestellt. Er setzt feine Akzente an seinen Gitarren, unterstützt unaufdringlich.

Die Furies schütteln sich die letzte Portion Anspannung aus den Gliedern, auf der Bühne ist es sehr eng, aber das schweißt zusammen, ist ein Schulterschluss zum richtigen Zeitpunkt. Sie trinken keinen Jack Daniels mehr, erzählt Christof, und sie möchten sich „jetzt auch bloß nicht noch erkälten“. Denn die Band freut sich – in der Tui-Arena steht später ein zehn Meter langer Laufsteg, für eine Akustikshow mit Kaminfeuer und Cachon. Nur jetzt in der Glocksee muss man sich das alles noch vorstellen.

Und so endet ein durchaus spannender Abend nach über zweieinhalb Stunden Musik, dem Hit „Time to wonder“ und mit einem richtig guten Gefühl für die kommenden Konzerte.

Von kai schiering


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