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Guter Dinge: Thorsten Wingenfelder (links) und Rainer Schumann in der Tui-Arena.

Guter Dinge: Thorsten Wingenfelder (links) und Rainer Schumann in der Tui-Arena.

Musik

Fury sind bereit für ihr Band-Jubiläum

An diesem Wochenende startet sie, die große Sause zu 30 Jahren Fury in the Slaughterhouse: Die hannoversche Band läutet mit drei Konzerten in der Tui-Arena ihr Jubiläumsjahr ein. Die NP besuchte sie bei den Vorbereitungen.

Hannover. Rainer Schumann hat sich eine Tour-Crew-Jacke übergeworfen. „Klassenbester“ steht hinten drauf. „Kalt hier in der Halle, oder?“, sagt der Schlagzeuger beim Treffen mit der NP in der Tui-Arena. Das mit der Temperatur dürfte sich am Wochenende ändern. Dann laden Schumann und die anderen Musterschüler von Fury in the Slaughterhouse zum „Klassentreffen“ – 30 Jahre Bandgeschichte müssen gefeiert werden.

Und wie die gefeiert werden: Die drei Heimspiele waren im Nu ausverkauft (dass es jetzt doch wieder Restkarten gibt, hat technische Gründe). Über das ganze Jahr schließen sich 14 weitere Konzerte in der ganzen Republik an. Nicht schlecht für eine Band, die es seit 2008 gar nicht mehr gibt, die sich nur noch mal für eine Jubiläumssause zusammengerauft hat. „Anfangs haben wir gedacht, dass wir zweimal die Tui-Arena schaffen“, erzählt Gitarrist Thorsten Wingenfelder: „Es wurde immer größer.“

Das Best-of-Album (siehe unten) ist auf Nummer-eins-Kurs; nur die Neue von Ed Sheeran könnte die Top-Position gefährden. Die Hannoveraner sind, so scheint es, größer denn je. Im Backstage-Bereich der Arena steht ein Interview-Marathon an, während Rowdies in der Halle die 26 Tonnen Material in Position bringen, darunter allein 64 große und 30 kleine Lautsprecher, 24 Scheinwerfer-Batterien und drei LED-Wände.

Eine Durchlaufprobe steht noch an. „Was ein Michael Jackson drei Monate lang geprobt hat, ziehen wir mal eben an einem Nachmittag durch“, sagt Schumann, breit grinsend. Die Band kann im Moment nur gewinnen; die Musiker strahlen gesundes und berechtigtes Selbstbewusstsein aus. „Das ist das sogenannte Prozedural-Gedächtnis“, fügt er an: „Wir haben diese Songs so oft gespielt; man muss nicht mehr darüber nachdenken – aber wehe, du tust es.“

Andererseits: „Wir wollen auch nicht unsere eigene Coverband sein“, sagt Wingenfelder: „Nur zu repetieren, was es immer gab, ist ein bisschen öde.“ Also gibt es bei dem Konzerte-Marathon nicht nur die alten Gassenhause wie „Won’t forget these Days“, „Radio Orchid“ oder „Kick it out“, sondern auch welche der neuen Lieder, die im vergangenen Jahr entstanden. Und es gibt mit dem Weltklassegitarristen Martin Huch einen siebten Musiker auf der Bühne.

Es fühlt sich gerade sehr gut an, ein Fury zu sein; das merkt man beiden an, einer Stichwortgeben des Anderen. Dennoch stand nie außer Frage, dass die Bandmitglieder hinterher wieder getrennter Wege gehen. Und genauso klar ist es, dass sie dieses Jubiläumsjahr auskosten werden: „Wie wir das gemacht haben, dass es einfach so gewachsen ist, ohne geplant zu sein, ist im Nachhinein genial“, sagt Schumann. Und Wingenfelder fügt hinzu: „Wir haben den Ballon so gut aufgeblasen, dass er prall und toll anzusehen ist, ohne dass er platzt.“ Schumann findet noch ein anderes Bild für dieses kerngesunde Schlachtross Fury: „Wir reiten dem entspannt entgegen.“

Die Konzerte beginnen Freitag, Samstag und Sonntag jeweils um 20 Uhr. Es gibt in den NP-Ticketshops Restkarten (39,50 bis 49,95 Euro).

Von Stefan Gohlisch


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