Navigation:
Interview

Fury in the Slaughterhouse: Ein furyoses Erfolgsjahr

Das 30. Jubiläumsjahr entwickelt sich zum erfolgreichsten in der Karriere von Fury in the Slaughterhouse. Wir sprachen mit Kia Wingenfelder, Sänger der hannoverschen Rockband, über die zurückliegenden Open-Air-Show, das neue Akustik-Album und die anstehende Tournee dazu.

30 Jahre Fury in the Slaughterhouse – die hannoversche Band, eigentlich seit 2008 aufgelöst, ist auf triumphaler Jubiläumstour – und legt jetzt Akustikkonzerte und -Album nach. Ein Gespräch mit Sänger Kai Wingenfelder (57).

Wie ist die Stimmung?
Ich neige nicht dazu, mich zu beschweren (lacht).

Die letzten Konzerte der Jubiläumstour laufen. Vor wie vielen Menschen werden Sie anschließend insgesamt gespielt haben?
Insgesamt haben wir bislang 130 000 Tickets verkauft. Bisher war das erfolgreichste Jahr nach der „Brilliant Thieves“-Veröffentlichung 1997; da haben wir 110 000 Tickets verkauft. Das Album, „30“, ist von der Null auf die drei gegangen, auch das war – mit „Brilliant Thieves“ – die erfolgreichste Charts-Platzierung, die wir hatten – und das mit einem Best-of-Album. Und jetzt kommt noch ein Album. Ein Kracher. Wir sind schwerstens dankbar.

Tenor war immer wieder: Die Band tritt nicht auf, als würde sie in einem Riesen-Areal spielen, sondern wie in einem Club. Ist da eine neue Lockerheit?
Wir sind, wie mein Bruder so schön sagte, bewaffnet mit der Lässigkeit des Alters. Ich glaube, das Alter und die Zeit, die wir mal ohne uns gehabt haben, gab uns die Chance zu einer gesunden Reflexion darüber, was wir falsch gemacht haben, was wir eigentlich aneinander haben und was wir richtig machen können – zum Beispiel, uns nicht mehr unter Druck zu setzen. Uns nicht wieder in diese Tretmühle zu begeben, war das Beste, was wir tun konnten. Dadurch sind wir alle relativ locker und haben alle richtig Spaß.

Und danach?
Wird uns das fehlen. Weil es ein schönes Jahr war. Es ist ein lustiger Haufen auf der Straße, der sich selber dafür feiert, dass alle ihn feiern.

Für die Tour ist Martin Huch dazugekommen. Wie hat sich das ausgewirkt?
Wir sind musikalisch wertvoller geworden. Er ist eine wunderbare Ergänzung; das wird man bei der Akustiktour noch mehr wahrnehmen. Da hat man zum Beispiel bei „Trapped today ...“ die Weite eines Lucky-Luke-Westerns.

Beim „Little Big World“-Album  sind die Country-Einflüsse eh unüberhörbar ...
Das finde ich auch schön. Gottseidank übertreibt er es nicht; wir bremsen ihn auch. Bei einigen Nummern macht es einfach Sinn. Wir haben bei diesem Album letztlich zwei große Unterstützer, unsere allseits beliebte Allzweckwaffe Anne de Wolff, die einfach alles spielen kann, und Martin. Aus sechs mach’ acht – das ergibt eine neue Dimension. Auf der Tour wird Christof zum Beispiel auch bei „Protection“ seine Trompete herausholen.

Auf dem Album tut er das nicht.
Ja, weil da John Watts, von dem der Song ursprünglich kommt, mitsingt und wir den Song für ihn wieder umarrangieren mussten. Weil er mit unserer Version nicht so klar kam. Wir mussten es für ihn weiter herunterbrechen.

Wie kam es zu der Auswahl der Songs? Es sind nicht immer die großen Hits.
Man überlegt einfach, was akustisch gut funktionieren könnte. Das sind zum Teil eben die kleinen fragilen Dinger wie „My little World“, das wir auf jeden Fall spielen wollten. Wir wollten ein für uns interessantes Set zusammenbasteln, mit Songs, die man nicht immer hört. Und wenn man sie immer hört, mussten sie anders arrangiert sein. Wir wollten musizieren und experimentieren. Und so haben wir uns Jan Loechel gesucht, der mit uns an diesen Versionen gearbeitet hat. So ist dann diese tierische Version von „Every Generation ...“ herausgekommen. Oder so etwas wie Gero mit seiner Bass-Mundharmonika bei „Dancing ...“ Oder diese Swing-Variante bei „Milk and Honey“.

Wie kam es dazu, dass Mousse T. mitspielt?
Ach, Mousse T. kennen wir schon ewig, aus Hannover, seit 1992. Wir haben damals im Peppermint Park aufgenommen, und er hat da an seinen DJ-Sachen gearbeitet. Mousse T. hat seine Karriere eigentlich begonnen mit dem Remix von „Radio Orchid“. Danach kam „Every Generation ...“, und dann kam auch schon Quincy Jones. Jedenfalls sind wir miteinander befreundet. Und auf dem Album spielen wir letztlich den Mousse-T.-Remix, und darum spielt er da mit.

Wird er im Kuppelsaal dabei sein?
Ich hoffe mal. Er hat gesagt, er hat Bock.

War immer klar, dass es zu dem Akustik-Album auch eine Akustik-Tour geben würde?
Das Geschenk an uns selbst war die Tour, nicht das Album. Die wollten wir spielen. Aber wir dachten uns: wenn wir die schon machen, können wir das Ding vorher auch noch mal aufzeichnen.

Und danach ist wirklich erst mal wieder Schluss?
Wenn die Tour vorbei ist, haben wir noch ein paar Verpflichtungen. Wir müssen in einer Fernsehshow in Bayern spielen. Wahrscheinlich werden wir nächstes Jahr noch ein Konzert geben, weil wir das versprochen haben, mit Wolfgang Niedecken zusammen, der ja auch auf dem Album ist und mit dem wir befreundet sind, so ein Bap-Fury-Geschoss. Ansonsten ist es halt vorbei.

Bis zum 40. Jubiläum.
Das glaube ich nicht. Wir haben ja gesagt: alle fünf Jahre. Man sprach schon mal darüber, ob wir dann nicht im, wie ich immer noch sage, Niedersachsenstadion spielen wollen. Aber erst einmal machen wir das, was wir jetzt machen, und sehen, wo wir damit hinkommen.
Fury live und akustisch: am 1. und 2. November im Kuppelsaal. Karten (50 bis 71 Euro) gibt es in den NP-Ticketshops.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Soll vermeintlich hässlichen Betonbauten der Denkmalschutz verwehrt werden?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie