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Kultur Fury-Bassist geht zum Theater
Nachrichten Kultur Fury-Bassist geht zum Theater
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00:16 13.07.2017
Zwischen den Welten: Christian Decker beim Treffen mit der NP. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es ist ja nicht gerade so, dass Christian Decker wenig zu tun hätte: Er ist Bassist der hannoverschen Rocker Fury in the Slaughterhouse, die dieses Jahr mit einer triumphalen Tour den 30. Band-Geburtstag feiern. Er ist Live-Bassist von Marquess, der spanischsten Band, die Hannover, das Spanien des Nordens, so zu bieten hat. Er hat ein eigenes Tonstudio in der Nordstadt. Ist dazu Produzent, Filmkomponist, Gast- und Studiomusiker. Und nun wird er auch noch musiklaischer Leiter des Schauspielhauses.

Wie kommts? „Ole hat mich angerufen und gefragt“, erzählt er beim Treffen mit der NP in der Nordstadt, wo er lebt. Ole ist Lars-Ole Walburg, Intendant des Schauspielhauses. Dessen bisheriger musikalischer Leiter, Martin Engelbach, verlässt Hannover Richtung Oberhausen, ans dortige Theater – Florian Fiedler hat ihn mitgenommen: Der ehemalige Leiter des Jungen Schauspiels wird dort Intendant.

„ich habe nicht lange überlegt“, sagt Decker: „Ich fühlte mich sehr geehrt und finde die Aufgabe sehr spannend.“ Ganz neu ist sie ihm nicht; als Theatermusiker hat der 45-Jährige schon mehrfach gearbeitet, in Hannover in Heike Götzes „Woyzeck“-Inszenierung von 2012, in der Revue „Sympathie für den Teufel“ (ab 2014) und aktuell noch in den „Känguru-Chroniken“ nach den Bestsellern von Marc-Uwe Kling.

„Ich weiß also, mit wem ich es zu tun habe. Ich finde das Ensemble toll, fühle mich dort wohl und weiß, dass diese Arbeit erfüllend ist“, sagt Decker. Überhaupt interessiere ihn Musik am meisten dann, wenn sie in das Erzählen von Geschichten eingebunden sei.

Eine seiner Premieren der neuen Spielzeit wird am 22. Oktober „All das Schöne“ sein, wo er mit dem Schauspieler (und „Känguru“-Darsteller) Jonas Steglich auf der Bühne stehen wird. Bereits am 1. September startet „Eine Stadt will nach oben“, einem Theaterexperiment, das in zehn Folgen das serielle Erzählen des Fernsehens auf die Bühne übertragen soll und die Geschichte eines Hannoveraners und Hannovers während des vergangenen Jahrhunderts zeigen soll.

Da zeigt sich dann auch, dass die Arbeit eines musikalischen Direktors eben nicht nur aus dem Musizieren und Komponieren besteht: „Ich musste den Schauspielern erst einmal beibringen, dass es hier einen Dialekt gibt“, erzählt Decker: „Ich habe von einem Kollegen einen Text auf Hannöversch einsprechen lassen“ – der Kollege ist übrigens Martin Huch, der derzeit Fury auf der Jubiläumstour an der Pedal-Steel-Gitarre begleitet.

„Man kann am Theater viel herumprobieren“, freut er sich, „auch mal an neuen Instrumenten; das macht die Arbeit ja so spannend.“ Und das sagt immerhin einer, der von Haus aus schon Gitarre, Bass, Klavier und Saxofon spielt. Die – nennen wir sie mal: flexiblen – Arbeitszeiten im Theater unterscheiden sich auch nicht wesentlich von dem bisherigen Freiberuflerdasein. Und da kommt dann doch noch etwas Ungewohntes für den Vollblutmusiker: „Das ist meine erste Festanstellung.“

Von Stefan Gohlisch

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