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Superstar im Glitzerbody: Mit viel Bling-Bling am Leib startet Helene Fischer die Konzerte ihrer „Live 2017“-Tour. Viele weitere Kostüme folgen im Laufe der Drei-Stunden-Show.

Superstar im Glitzerbody: Mit viel Bling-Bling am Leib startet Helene Fischer die Konzerte ihrer „Live 2017“-Tour. Viele weitere Kostüme folgen im Laufe der Drei-Stunden-Show.
© Foto: Dröse

Konzert

Fünf Höhepunkte mit Helene Fischer

Die Schlagerwelt blickt nach Hannover: Fünfmal tritt Superstar Helene Fischer in der Tui-Arena auf und startet damit ihre neue Tournee „Live 2017“. Fünf Höhepunkte der spektakulären Show haben wir zusammengestellt – und einen Tiefpunkt.

Hannover. Was für ein Tourauftakt: Bereits gestern und vorgestern begeisterte Schlager-Superstar Helene Fischer jeweils 10 000 Menschen in der Tui-Arena. Am Wochenende geht es mit noch drei Auftritten weiter. Das sind fünf Höhepunkte der Show:

Die Bühne: Sie ist mit 26 Meter Breite gewaltig und doch auf den ersten Blick überraschend schlicht. Im Hintergrund gibt es eine große halbkreisförmige Leinwand, rechts und links zwei weitere. Aber die Konstruktion hat es in sich: Etliche Podeste können hoch-, vor- und heruntergefahren werden; vor allem die neunköpfige Band verschwindet immer wieder in den Katakomben. Sogar einer der beiden Laufstege hat ein Hubelement, das hochgefahren und kreisen kann. Obendrauf steht sie dann zum Start der zweiten Hälfte – das Konzert hat eine Pause – und singt ein Medley älterer Lieder.

Die Show: Helene Fischer arbeitet für ihre „Live 2017“-Tour mit Artisten des weltberühmten Cirque du Soleil zusammen, und sie selbst mischt ordentlich mit: Schon beim ersten Lied, „Nur mit dir“ schwebt sie, an einem Seil hängend heran. Immer wieder beteiligt sie sich an atemberaubender Höhen-Artistik, besonders spektakulär bei „Herzbeben“, wo sie von einem metallernen Globus aus in die Arme eines Artisten gezogen wird und in großer Höhe so schnelle Drehungen vollzieht, dass einem schon beim Zusehen ganz blümerant werden kann. Ähnlichen Körpereinsatz zeigt sonst nur Superstar Pink.

Die Nähe: „Schaut, wie ihr mich anguckt, das kann man kaum beschreiben“, entfährt es der Künstlerin einmal – Helene Fischer, die Nahbare. Sie, die einen Ruf als gnadenlose Perfektionistin zu verlieren hat, lässt immer wieder die Fassade fallen, scherzt über die Babygerüchte, die ein Tratsch-Fachblatt unlängst lanciert hat, spricht davon ,wie schön es ist, jemanden fürs Leben gefunden zu haben wie sie ihren Florian, räumt Versagensängste ein und ermutigt die Frauen die Publikum zu ihrer wie auch immer gearteten Schönheit zu stehen. Es ist sicher kein Zufall, dass sie das tut – aber sehr sympathisch.

Helene pur: Als Helene Fischer zum letzten Mal in Hannover war, im Mai 2016 im Stadion, bot sie noch einen musikalischen Gemischtwarenhandel, coverte zum Beispiel Marius Müller-Westernhagen („Sexy“) oder die Kings of Leon („Sex on Fire“). Seht her!, sollte das zeigen: Sie könnte ja auch anders, wenn sie nur wollte. Davon hat sie sich verabschiedet: Auf dieser Tour gibt es nur eigene Stücke. Fischer ist, so scheint es, bei sich angekommen – darauf deutete bereits das neue, selbstbetitelte Album hin. Was nicht heißt, dass sie auf der Stelle steht: Alte wie neue Lieder haben moderne Arrangements bekommen – da testet jemand aus, wie zeitgemäß Schlager heute klingen darf.

„Atemlos“: Dass Fischer ihren Megahit spielen würde, konnte man voraussetzen. Dass es als letztes Stück passiert, war anzunehmen. So ist es auch – und Fischer und ihr Team zeigten da noch einmal alles, was sie können: Die Bühne wird in strahlendes Gelb, Orange und Rot getaucht wie ein Sonnenuntergang im Traumtheater. Von der Decke rieselt glitzerndes Konfetti, und Fischer und ihre Tänzerinnen steigen auf Schaukeln, auf denen sie weitere Kunststücke vorführen. Für viele Fans der Höhepunkt des Abends – wenn schon Schlager, dann Schlager mit Schwung.

...und ein Flop

Politik hat im Schlager wenig zu suchen. Der ist mit seinen uneindeutigen Heile-Welt-Themen so etwas wie die Antithese des Politischen. Anders sieht es bei einem Lied wie Helene Fischers „Wir brechen das Schweigen“ aus, mit Zeilen wie „Wir sind auf der Flucht, und die Welt bricht ein“. Natürlich geht es da wieder nur ums Private.

Aber Helene Fischer ist nun einmal geboren als Jelena Petrowna Fischer in dem sibirischen Krasnojarsk. Sie stammt aus einer schwarzmeerdeutschen Familie, die aus der Ukraine dorthin vertrieben wurde. Und sie wanderte als Vierjährige mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie hätte sicherlich eine Menge zu sagen zu erfolgreicher Integration, zu Migration und ihren Ursachen und auch zu der Situation in der Ukraine.

Was sagt sie? Dass das Publikum bei diesem Lied doch auch sein Schweigen brechen und laut mitsingen möge und wie schön es doch sei, wie man hier zusammen feiere. Sätze wie diese sind nicht nur an Banalität kaum zu überbieten, sie sind in der heutigen politischen Situation schlicht fahrlässig.

Von Stefan Gohlisch


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