Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Fondation Maeght: Eine neue Bühne für Immendorff
Nachrichten Kultur Fondation Maeght: Eine neue Bühne für Immendorff
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 29.03.2015
Jörg Immendorff ist in Frankreich relativ unbekannt. Quelle: Horst Ossinger
Anzeige
Saint-Paul-de-Vence

Obwohl der Maler und Bildhauer zu den bedeutendsten Kulturschaffenden Deutschlands gehört, ist der in Düsseldorf gestorbene Immendorff (1945-2007) in Frankreich weitgehend unbekannt. Das Kunstmuseum Fondation Maeght im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence will mit der umfassenden Werkschau "Les théâtres de la peinture" (bis 14. Juni) nun das Versäumte nachholen.

In Frankreich habe es nicht mehr als zwei Immendorff-Ausstellungen gegeben, sagt der Direktor der Fondation Olivier Kaeppelin. Auch die Fondation habe den deutschen Expressionismus etwas vernachlässigt. Mit mehr als 70 Werken, darunter Gemälde und Skulpturen, zeigt die Kunststiftung in der Nähe von Nizza nun erstmals eine umfassende Ausstellung des Künstlers.

Viele der Werke sind Leihgaben des Kunsthändlers und -sammlers Michael Werner, der bereits Anfang der 70er Jahre begann, dessen Werke zu kaufen. In Frankreich gibt es nur wenige Museen, die in ihren Sammlungen Immendorff-Bilder besitzen.

Bis zum 14. Juni werden Arbeiten aus den Jahren 1970 bis 2007 gezeigt. Unter dem Titel "Les théâtres de la peinture" (etwa: Die Bühnen der Malerei) hat Kaeppelin dabei den Schwerpunkt auf Immendorff als zentrale Bildfigur gelegt. Denn der Künstler hat die Malerei zur Bühne der Welt gemacht, auf der er in verschiedenen Rollen auftrat. Als Kellner serviert er Otto Dix und Max Beckmann Getränke oder taucht als Gaukler und Affe auf, sein Alter Ego - und seine Art von Ironie auf die Zunft der Maler.

Was der Besucher zu sehen bekommt, ist ein komplexes Werk, das einen Agitprop-Künstler zeigt, der als scharfer Kritiker der ehemaligen DDR und überzeugter Maoist in seinen Werken gesellschaftspolitische Inhalte verarbeitete.

Auch aus seiner bekannten Serie "Café Deutschland", in der Immendorff das deutsche Trauma der Teilung umsetzte, sind einige Werke zu sehen, darunter "Café Deutschland XVI - Scholle" aus dem Jahr 1982. Auf dem großformatigen Ölbild ist eine raumausfüllende Eisscholle abgebildet, in der schemenhaft ein Maler mit einem Pinsel zu erkennen ist.

"In den Werken Immendorffs steckt viel Kraft", erklärt Kaeppelin, der Leiter der Fondation. Sie tauchten den Besucher in ein raues, aber ausdrucksstarkes Universum ein, wie er meint. Mit dieser Welt der expressiven Malerei tue sich Frankreich etwas schwer. Die Ausstellung in der Fondation könnte in den kommenden Monaten Abhilfe schaffen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Parsifal trägt Bermudas, einen Rucksack und Kapuzenpulli, die Gralsritter sind in Vollbärten und grauen Wollmützen eingehüllt und ihre Burg ist eine Kirchenruine mit Betondecke.

29.03.2015

Ein erster Trailer zum neuen James-Bond-Film "Spectre" hat Spekulationen über die Handlung des Agenten-Thrillers angeheizt. Die Macher des 24. Bond-Films stellten die eine Minute und 37 Sekunden lange Sequenz in der Nacht zum Samstag ins Netz, übers Wochenende wurde der 007-Trailer bereits millionenfach angeklickt.

29.03.2015

Das Salzburger Publikum lag dem Maestro mal wieder zu Füßen. In einer umjubelten Premiere eröffnete Christian Thielemann, Chef der Sächsischen Staatskapelle Dresden und in dritter Saison Künstlerischer Leiter der Salzburger Osterfestspiele, am Samstagabend im Großen Festspielhaus das Festival.

29.03.2015
Anzeige