Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Fernsehlegende Vivi Bach gestorben
Nachrichten Kultur Fernsehlegende Vivi Bach gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 23.04.2013
Dietmar Schönherr und Vivi Bach 1970 in einem Plattenstudio in Köln. Foto: Wilhelm Bertram
Anzeige
Berlin

Und sie war auch dabei, als am 27. März 1971 Froschmänner Mühe hatten, ein in einem Swimming Pool versenktes Auto zu öffnen und eine Familie aus dem Inneren zu befreien. Auch dieser Vorfall hallte nach und verhalf der Show zum Kultstatus.

Die Show "Wünsch Dir was" steht als größter TV-Erfolg in der Biografie der gebürtigen Kopenhagerin, die 73-jährig von ihrem Mann am Montagmorgen tot im gemeinsamen Heim auf Ibiza gefunden wurde. In den fünfziger und sechziger Jahren galt sie in ihrer Heimat als dänische Antwort auf Brigitte Bardot. Die junge Bäckerstochter Bach, die eigentlich Bak hieß, war blond, temperamentvoll, sie sang, sie schauspielerte und hatte exportfähiges Sex-Appeal: Den deutschen Musik-Markt eroberte sie mit Titeln wie "Alle Männer sind Räuber" (1960), sie sang und spielte oft mit Stars wie Gerhard Wendland, Fred Bertelmann, Peter Alexander und später mit Schönherr.

Auch in einer Zeit, als sich Deutschland Ende der sechziger Jahre sozial wandelte, blieb Vivi Bach ihrer Rolle als Begleiterin in der klassischen Rollenverteilung treu. Generationenübergreifend beliebt wegen ihres sympathischen dänischen Akzentes machte sie Karriere an der Seite ihres Mannes, den sie 1963 bei Dreharbeiten zum Film "Das Geheimnis der roten Quaste" kennengelernt hatte, in verschiedenen Fernsehsendungen, auch im Theater und beispielsweise in einer Folge des TV-Serienklassikers "Raumpatrouille".

Mit Schönherr drehte Vivi Bach noch zwei Filme: "Ein Ferienbett mit 100 PS" und "Blonde Fracht für Sansibar". Für Bach war es die zweite Ehe, ebenso für Schönherr. Nach dem schnellen Ende der Show "Wünsch Dir was" klappte es mit ihrer TV-Karriere nicht mehr. Das WDR-Format "Vivat Vivi" - ohne Dietmar Schönherr - fand 1973 nicht den rechten Anklang und wurde bald eingestellt. 1976 kam ihre letzte Schallplatte raus. Bach habe "eine Riesenangst" gehabt, berichtete Schönherr dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vor einigen Jahren. Sie habe sich vor den 30 Millionen Zuschauern von "Wünsch Dir was" gefürchtet. "Ich habe gewusst, dass sie Angst hat, aber wie groß die war, habe ich erst später rausgekriegt."

Vivi Bach, die kinderlos blieb, zog sich nach 1973 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Auf Ibiza schrieb sie Bücher, malte und versuchte sich kunsthandwerklich als Designerin. Seit Mitte der achtziger Jahre trat sie nur noch zusammen mit ihrem Mann auf, wenn es um das gemeinsame Engagement für soziale Projekte in Nicaragua ging. Zu ihrem 70. Geburtstag plagten sie gesundheitliche Probleme: "Auf dem Heimweg vom Einkaufen setzte mein Herz drei Sekunden aus, und ich bin sehr, sehr unglücklich mit dem linken Auge auf einen Stein gestürzt", sagte Bach in einem dpa-Gespräch - Ihre Sehkraft litt stark und sie bekam einen Herzschrittmacher.

Ihre innere Verbindung zur skandinavischen Heimat wurde in zunehmendem Alter "enger denn je", sagte sie der dpa: "Mein Herz ist in Dänemark", sagte sie. "Im Alter fühlt man die eigenen Wurzeln wieder viel stärker." Schönherr sagte laut "Bild"-Zeitung einmal: "Das Kostbarste, was mir und meiner Frau bleibt, ist die gemeinsame Zeit. Wir sind uns heute noch näher, als wir uns je waren. Ich würde meine Vivi nie im Stich lassen." Laut "Bild" will Schönherr die Asche seiner Frau im Mittelmeer verstreuen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Lernen wie in Hogwarts ... und wie guter Sex. Populärphilosoph Richard David Precht will mit seinem jüngsten Buch die Schule revolutionieren.

23.04.2013

Hemmungslose Ehrlichkeit, keine Selbstverleugnung wegen diplomatischer Nettigkeiten als Prinzip. Poet und Literat Alceste (Rüdiger Hellmann) nimmt kein Blatt mehr vor den Mund.

23.04.2013

Ohne Ach, mit Krach: Ex-Böhser-Onkel Stephan Weidner alias "Der W." macht im Capitol Musik für die Unverstandenen.

22.04.2013
Anzeige