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Kultur Felix Landerer erzählt mit Tanz
Nachrichten Kultur Felix Landerer erzählt mit Tanz
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11:32 17.09.2010
Seit 2006 bei der Eisfabrik: Felix Landerer. Quelle: Herzog
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VON EVELYN BEYER

HANNOVER. Viel Beifall, volles Haus, Felix Landerer schiebt zufrieden die Tonhebel am Mischpult auf null. „Tante Minnas Garten“, sein neues Tanzstück, ist gut angelaufen in der Eisfabrik, trotz der großen Konkurrenz des Tanztheater-Festivals waren die ersten Vorstellungen ausverkauft. Viel freies, zeitgenössisches Tanztheater ist in Hannover nicht ansässig, Landerer und Hans Fredeweß halten einsam die Stellung.

Wie ist es da, in Hannover ein Tanzensemble aufzubauen? „Durch die guten Strukturen bei der Commedia Futura in der Eisfabrik läuft es für mich einwandfrei“, sagt Landerer, „überhaupt nicht vergleichbar mit Berlin.“ Dort versuchte er einmal, Fuß zu fassen: „Schon die Proberaumbeschaffung ist schwer. Mitten in der Probe mussten wir oft quer durch die Stadt umziehen.“

Seit 2006 produziert Landerer in der Eisfabrik, teils als Choreograf für Commedia-Futura-Stücke, teils als „Landerer & Company“. Die Stadt nahm ihn in die Theatergrundförderung auf, er hat sich zwischenzeitlich ein Stammpublikum erspielt. Der Sieg beim Choreografenwettwerb im April brachte dann weiteren Zulauf.

Vielleicht auch, weil Landerer mit seinen Choreografien von Beziehungen, Begegnungen, Gefühlen erzählt. „Meine Stücke entstehen aus einem Thema“, sagt er, „bei ‚Tante Minnas Garten’ war das die Familie – und der Aspekt der Trauer, aufgrund einer persönlichen Verlusterfahrung.“

Freie Tänzer sind in Hannover kaum ansässig – wie kommt er an ein Ensemble? „Für ‚Tante Minna’ habe ich ein bundesweites Casting gemacht.“ Dann musste er doch umbesetzen: „Natürlich wäre eine kontinuierliche Arbeit mit festem Ensemble einfacher, als in zwei Monaten Probezeit erst zu schauen, was ich den Tänzern zutrauen kann“, sagt er, „andererseits gestalten sie das Stück mit, andere Tänzer geben eine andere Färbung.“

Zu ersten Festivals wurden seine Stücke eingeladen. Er würde gern mehr außerhalb spielen, aber: „Das zu organisieren, wäre ein weiterer Full-Time-Job“, erklärt Landerer, der sich auch ohne diese Aufgabe vor Arbeit kaum retten kann: „Schon jetzt mache ich von Technik bis Öffentlichkeitsarbeit bei jeder Produktion vier, fünf Jobs in Personalunion.“

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