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© Jens Burger

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NP-Interview

"Fährmannsfest eine echt coole Sache"

Vor fünf Jahren machten die Funpunker Die Schröders Schluss. Jetzt spielen sie wieder ein paar Konzerte, unter anderem am Sonnabend auf dem Fährmannsfest. Sänger Jens Burger erklärt, wieso.

Die Schröders sind wieder da. Warum?

Ähm. (Pause). Tja (Pause). Das war eine Freundschafts-Entscheidung, die Hämpy und ich als Gründungsmitglieder getroffen haben, als wir uns bei einem Festival begegnet sind. Motto: „Lass uns dringend mal wieder ein bisschen Mucke machen“. Und dann haben wir die beiden anderen angerufen. Wir wollten uns einfach nur treffen und vor allem einen miteinander trinken. Und so sind wir in den Proberaum gefahren, haben wir angezählt, losgelegt, und es hat sich angefühlt, als hätten wir das letzte Mal gestern zusammen gespielt.

Gab es bis dahin Kontakt zueinander?

Teilweise null. Weil es auch sonst so wenig Überschneidungen gab. Jeder hat seinen Job. Ich zum Beispiel bin ja auch bei den Monsters of Liedermaching, habe meine Fotografie und meine Familie. Aber die Monsters machen jetzt eine Pause, und so passt es super mit den Schröders. Wir machen halt nur noch Sachen, auf die wir Bock haben, wir machen es auch nur diesen Sommer, und unter dieser Devise haben wir uns mit der Booking-Agentur getroffen: „Sagt uns doch mal, wer Bock auf uns hat, und wir sagen dann Ja oder Nein.“

Und so kam es auch zum Fährmannsfest?

Ja, das war damals auch eines der letzten Festivals, auf denen wir gespielt haben, und es hat echt Bock gemacht.

Mit den Monsters waren Sie dann auch noch mal da ...

Ja, das Fährmannsfest ist echt eine coole Sache: das schöne Ambiente, die Leute sind so schön peacig.

Ein Konzert haben Sie schon hinter sich, in Visbek. Wie wars?

Ja, ein kleines Dorf. Da haben wir gedacht, wenn wir das da verkacken, wissen es halt hinterher nicht so viele. Aber es war super.

Wie fühlt es sich an, wieder zusammen auf der Bühne zu stehen?

Ganz normal. Wie ein altes Paar Turnschuhe. Und wie gesagt: Es ist keine Band-Reunion. Wir machen das nur dieses Jahr. Dann ist allein aus Zeitgründen wahrscheinlich erstmal wieder Schluss. Es ist eher so ein Freundeding, das wir uns selber schenken.

Sie haben als Band einiges mitgemacht, von einer Foto-Lovestory bei der „Bravo“ über die Arbeit mit Major Labels bis zur Entscheidung, alles selber zu machen. Gibt es irgendetwas, das Sie im Rückblick bedauern?

Ach. Was bedauert man denn? Eigentlich war das eine ganz coole Zeit. Wenn ich mir das Geschäft heute angucke: Einerseits gibt es zwar mehr Möglichkeiten, etwas zu machen, andererseits viel weniger Möglichkeiten, damit Geld zu verdienen. Plattenfirmen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Radiostationen sind nicht mehr das, was sie mal waren. Es hat sich alles sehr krass verwandelt. Geil sind die neuen Medien. Facebook & Co. ermöglichen es eben auch, dass ganz andere Leute berühmt werden können.

Hätten Sie heute noch mal Lust, neu anzufangen?

Ich fange ständig neue Sachen an.

Ich meinte: als Band.

Schwer zu sagen. Das letzte Mal habe ich ja vor zehn Jahren neu angefangen, mit den Monsters, aber eben auch nur, weil ich Bock hatte: Ich wollte mal wieder unter einem Flipper schlafen, mit den Jungs rausfahren und ein bisschen feiern. Und dann ist es immer so erfolgreich - so ein Mist (lacht). Verdammter Erfolg!

Es geht also definitiv nicht weiter mit den Schröders, auch in fünf Jahren nicht?

Die Band hat sich ja nie aufgelöst, sie hat einfach nur aufgehört, aus Vernunft. Wir sagen: Was passt, das passt, und wenn wir wieder Bock haben - warum nicht? Wir sind Freunde.

Gibt es denn Lieder, auf die Sie keinen Bock mehr haben?

Wir haben jetzt eine Umfrage bei Facebook gemacht, welche Lieder sich die Leute wünschen. Das war eine trostlose Top Ten.

Und dem verweigern Sie sich?

Nein, auf keinen Fall. Es wird aber gespickt mit Sachen, auf die wir auch Bock haben. Die Top Drei zum Beispiel sind die Hasslieder, die man am öftesten gespielt hat, die man auch spielen kann, wenn man unfassbar betrunken ist, und die auch alle anderen spielen können.

Also zum Beispiel „Lass uns schmutzig Liebe machen“.

Richtig. Und ein Fanny-van-Dannen-Cover, „Saufen“, und „Frau Schmidt“. Aber wir spielen die natürlich. Es wird halt auch ein wenig ein Wunschkonzert.

3 Die Schröders live auf dem Fährmannsfest: Sonnabend ab 21.30 Uhr. Tageskarte: zwölf Euro.


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