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Kultur Ende vom Schildbürgerstreich
Nachrichten Kultur Ende vom Schildbürgerstreich
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17:40 08.02.2011
Von Henning Queren
Timm Ullrichs

Am kommenden Sonntag ist Schluss mit dem verblüffenden Wolf im Schafspelz – und dem Schaf im Wolfspelz: Die bundesweit beachtete Ausstellung von Hannovers Totalkünstler schließt und wird wohl die Marke von den angestrebten 20 000 Besuchern knapp überspringen.

Bis gestern waren 18 000 Menschen in der Doppelschau, die gleichzeitig in Kunstverein und Sprengel Museum läuft.

In der kommenden Woche werden dann auch die irritierenden Schilder abgebaut, die im Stadtbild stehen. Die die Menschen auffordern, „dieser Anordnung Folge zu leisten“ oder verkünden, dass „diese Angabe ohne Gewähr“ ist. Ärger hats damit nicht gegeben, so Kunstvereinsdirektor René Zechlin, nur ein paar Anfragen beim Ordnungsamt, was das denn alles zu bedeuten habe. Kunst halt. Die Ausstellungsmacher hatten sich dann aber immerhin entschlossen, die einzelnen Schilder mit Erklärungen und Hinweisen auf die die Ausstellung zu versehen.

Und was passiert damit? Der komplette Schildbürgerstreich wandert ins Archiv des Künstlers – bis zur nächsten Ausstelung, wenn dann wieder gefragt wird, ob man genau diese Frage beantworten könnte.

Mit der Doppelausstellung in seiner Heimatstadt hat Timm Ulrichs nachhaltig seine Stellung als einer der wichtigen deutschen Gegenwartskünstler gefestigt, viele Zeitungen und Zeitschriften haben über die Ausstellung in Hannover berichtet. Und es gab, so Zechlin, einen regelrechten Fan-Tourismus. Aus vielen Städten, in denen Ulrichs-Kunstwerke stehen, waren Reisegruppen angereist.

Nur mit dem internationalen Ruhm will es nicht ganz so recht klappen. Dazu sind die Arbeiten von Ulrichs doch zu deutsch, zu sehr dem Spiel mit der deutschen Sprache verhaftet. Aktioen wie „Kopfsteinpflaster“ müssen erst umständlich erklärt werden, während sie doch davon leben, sofort zu klicken. Und am Sonntag Abend wird der witzige Ausstellungstitel erst seine volle Wahrheit entfalten: „Betreten der Ausstellung verboten“.

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