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Poetisch: Szene aus dem Performancedoppel in der Eisfabrik.

Poetisch: Szene aus dem Performancedoppel in der Eisfabrik.
© Puskel Zsolt

Tanztheater

Eisfabrik spielt mit der Dunkelheit

Faszinierendes Doppel in der Eisfabrik: Im Rahmen der Tanzoffensive der Commedia Futura waren Ferenc Fehér mit seiner Performance „Tao Te“ und Dékoltas Handwerks mit „Séance“ zu Gast.

Hannover. Vollkommene Dunkelheit. Nur der schmale Lichtkegel eines Scheinwerfers taucht das Geschehen auf der Bühne in der ausverkauften Eisfabrik in ein dämmriges Licht. Zwei Männer sitzen sich im Schneidersitz gegenüber. Im Hintergrund ist ein Gewirr aus Geräuschen zu hören. War das das Knistern eines Lagerfeuers? Oder das Quarken eines Frosches in der Ferne? Was genau auf der Bühne geschieht, lässt sich bei Ferenc Fehérs Performance „Tao Te“ nur erahnen, denn die Szenen werden lediglich angedeutet.

Was man an diesem Abend jedoch erkennen kann, sind zwei Männer, Ferenc Fehér und Ákos Dósca, die sich in geschmeidigen Bewegungen über die Bühne bewegen. Sie springen, drehen sich und wirbeln durch den Raum, verrenken und verbiegen ihre Gliedmaßen – mal miteinander im Einklang, mal mit voller Wucht gegeneinander.

In der ungarischen Tanzszene hat Ferenc Fehér den Ruf des jungen Wilden. Mit seiner Inszenierung „Tao Te“ ist es dem Choreographen gelungen, eine vielschichtige Darbietung zwischen Kampfkunst und zeitgenössischem Tanz und Breakdance zu kreieren, bei der die Zuschauer ihren eigenen Interpretationen freien Lauf lassen können.

Mit Dékoltas Handwerks „Séance“, dem Spiel mit dem Unsichtbaren, wird es ein abwechslungsreiches und kontrastreiches Doppelprogramm im Rahmen der derzeitigen Tnazoffensive der Commedia Futura in der Eisfabrik. Gemeinsam haben beide Performances nur die Dunkelheit auf der Bühne. Während beim Tanz die Bewegung im Vordergrund steht, richtet Jan Jedenak von Dékoltas Handwerk den Fokus auf Objekttheater. Dargestellt werden kleinste Sequenzen, die verschiedenste Augenblicke des Sichtbaren und des Unsichtbaren zeigen, irgendwo zwischen herkömmlichem Theater und figuralen Darstellungsformen.Es wird mystisch – und insgesamt ein Abend voller Fantasie und Interpretationsfreiraum.

Von Lara Sagen


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