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Spiel mit den Bildern: Katrin Ribbe im Wohnzimmer der von ihrer zu einer Installation gestalteten Wohnung im Ihmezentrum.

Spiel mit den Bildern: Katrin Ribbe im Wohnzimmer der von ihrer zu einer Installation gestalteten Wohnung im Ihmezentrum.
© Christian Behrens

Installation

Eine Wohnung voller Körperbilder

„Body of Work“ heißt eine so erhellende wie verstörende Kunstinstallation der Fotografin Katrin Ribbe. Sie umfasst eine ganze Wohnung im Ihmezentrum.

Hannover. Eine Wohnung im vierten Stock des Ihmezentrums, Ihmepassage 7. In der Küche läuft noch die Waschmaschine, von frisch aufgehängten Kissenbezügen tropft Wasser. Im Wohnzimmer mit den farblich sortierten Büchern, dem Terrarium mit einer goldenen LIbelle darin und dem repräsentativen Schick liegt ein Frauenkörper auf dem Sofa, nackt – obwohl: Es ist gar kein Körper, es sind Fotos eines Körpers, gedruckt auf drei Kissen. Und spätestens jetzt ist die Irritation komplett bei „Body of Work“, einer buchstäblich raumgreifenden Installation der hannoverschen Fotografin Katrin Ribbe.

Eine ganze Wohnung hat sie ihrem künsterlischen Konzept unterworfen, zur Verfügung gestellt von der Agentur für kreative zwischennutzung, die dort eine Etage angemietet hat. „Ich denke, es ist der ideale Ort dafür“, sagt Ribbe: „Hier kommen Leben, Arbeiten, Wohnen zusammen, hier ist alles möglich.“ Und alle Fragen bleiben offen.

Ribbe, Hausfotografin des Schauspiel Hannovers, hat mit dem Dramaturgen Philipp Schulte und den Szenenbildnern Dennis Ennen, Birgit Klötzer, Anika Marquardt zusammengearbeitet, um Räume zu schaffen, die generisch sind und speziell, einladen und frappierend.

Es ist eine seltsame Bewohnerin (vielleicht auch ein Bewohner), deren Leben Ribbe inszeniert hat. Überall begegnen dem Betrachter diese seltsamen Kissen, diese fragmentierten Körper-Bilder, nie aber dem Körper selbst. Ein Fernseher zeigt Ausschnitte aus dem Leben dieses Menschen, Ausschnitte auch von ihm.

Es gibt eine Art Präsentationsraum, in dem Kissen ausgestellt werden, im Bett liegen welche, an einer Nähmaschine warten Stoffteile darauf, zusammengesetzt zu werden, und aus einem, verschlossenen Raum quillen sie sogar hinaus. Was macht dieser Mensch damit, der wie besessen all diese Bilder produziert? Dessen Arbeitsprozess und dessen Beschäftigung mit dem Leib untrennbar verbunden zu sein scheinen.

Ribbe lädt dazu ein, über die „Diktatur der Bilder“ nachzudenken: „Frauen – zunehmend auch Männer – werden mit idealen Körperbildern konfrontiert. Und die Ideale werden immer rigider.“ Der Zwang zur Selbstoptimierung, der Zurschaustellung erfasst jeden Körperteil.

Ribbe nimmt diese Teile und fügt sie wieder zusammen, mit teils monströsem Ergebnis. In einer Ecke türmen sich die Körperkissen zu einem Berg, unangenehme Assoziationen hervorrufend. Es ist ein gemeiner Spiegel – und in einem Raum, dem überraschendsten, kann man sogar dahinter blicken.

Vernissage am 17. August um 19.30 Uhr, Finissage am 26. August ab 20 Uhr. In der Zwischenzeit ist „Body of Work“ täglich von 17 bis 22 Uhr zu sehen.

Von Stefan Gohlisch


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