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Kultur Eine Oper voller Naturlaute
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14:30 25.06.2017
Der Schauplatz: Mit dem Konzertabend „Naturlaute“ endetet die Saison im Opernhaus. Quelle: Archiv
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Hannover

Seltsame Klänge dringen aus Lautsprechern vor dem Opernhaus. Experimentiert hier jemand mit einem neuartigen Blasinstrument? Nein, es sind Wal-Gesänge: Die Oper möchte die Besucher stilecht begrüßen beim Saison-Abschlusskonzert, das diesmal unter dem Motto „Naturlaute” steht.

Und das traditionell als „Konzertfest“ deklariert wird. Denn es gibt hier nicht nur das Niedersächsische Staatsorchester auf der großen Bühne zu erleben, auch die deutlich verlängerte Pause ist mit Musik gefüllt: Solisten oder kleine Besetzungen bieten ausgesuchte Spezialitäten in den Parkett-Garderoben und im Marschner-Saal an.

Beim Hauptkonzert standen immer wieder die Hörner im Mittelpunkt. Den Auftakt machte ein Exotikum, zumindest für hiesige Verhältnisse – Generalmusikdirektor Ivan Repušić auf dem Pult hingegen dürfte das Symphonische Gedicht „Sunčana polja“ („Sonnige Felder“) aus dem Jahr 1919 gut bekannt sein, stammt es doch von seinem kroatischen Landsmann Blagoje Bersa. Ein angenehm süffiges, wenngleich nicht übermäßig tief schürfendes Stück Musik, das hier eine Raumklang-Erweiterung erfuhr: In den 1. Rang hatten sich Posaunen, in den 2. Trompeten geschmuggelt.

Es folgte das erste den beiden Hornkonzerte von Richard Strauss mit einem ganz ausgezeichneten Solisten: Radovan Vlatković bestach mit schönem, zugleich kraftvollem Ton und großer Klarheit – nur wer mit superspitzen Ohren dasaß, konnte vielleicht ein, zwei minimale Kiekser registrieren. Zum Dank für den stürmischen Applaus spendierte Vlatković zusammen mit dem Orchester noch einen Mozart-Satz.

In der Pause konnte man sich kulinarisch versorgen – da diesmal das gewohnte Ländermotto fehlte, musste die Küche bei Auswahl und Benennung der Speisen besonders kreativ sein. So gab es etwa Waldmeister-Panna-Cotta mit dem interessanten Namen „Des Jägers Leichenbegräbnis“; das Dessert ging trotzdem gut weg.

Unter den musikalischen Pausenhäppchen waren wohl George Crumbs Naturimpressionen die extravagantesten, zumal der Komponist den drei Interpreten das Tragen schwarzer Halbmasken vorschreibt. Im Marschner-Saal wiederum schmetterte ein Männerquartett Lieder wie das „Haidenröslein“, nicht immer ganz intonationssauber übrigens, aber das war angesichts des Settings wohl zu verschmerzen.

Auf der großen Bühne zelebrierte dann das Orchester Mahlers 1. Symphonie mit den imitierten Vogelrufen im Kopfsatz und den sieben im Stehen gespielten Hörnern im Finale. Ein lebendiger Vortrag, bei Bedarf ätherisch schwebend und in den volkstümlicheren Passagen ohne Scheu vor dem rustikalen Zugriff. Die eine oder andere Tempoverschärfung wirkte jedoch etwas unvorbereitet.

Insofern schienen die anschließenden Ovationen im Stehen dann doch übertrieben. Aber nennen wir’s zeitlich übergreifend den Dank für eine spannende Saison.

Von Jörg Worat

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