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Kultur Ehrlich: Das war zauberhaft
Nachrichten Kultur Ehrlich: Das war zauberhaft
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16:40 11.03.2018
Schockschwerenot: Andreas Ehrlich (links) staucht seinen Bruder Christian zusammen – bestimmt nur ein Trick. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Für so erfolgreiche Zauberer sind die Brüder Andreas und Christian Ehrlich doch noch sehr jung: gerade mal 40 und 36 Jahre alt, überzeugen sie doch mit Erfahrung und begeistern mit Zauberspaß. In Hannovers Tui-Arena werden die beiden Sunnyboys zur Rockmusik von Guns N’ Roses auf die Bühne teleportiert.

Faszination“ heißt ihre neue Show, und beide Vorstellungen am Sonnabend sind mit jeweils knapp 10 000 Zuschauern fast ausverkauft. Das Publikum wird immer wieder mit eingebunden, so bleibt deren Aufmerksamkeit gesichert, und die Empathie-Welle schwappt bis in den letzten Rang. Mit Helium-Spielchen und Schwebe-Tricks brechen die Ehrlichs das Eis. Der „freche“ Christian ist Nesthäkchen und kleiner lebensfremder Bruder zugleich, damit lässt es sich prima identifizieren. Viele Familien mit Kindern sind dabei, besonders bei ihnen sind die Zauberbrüder sehr beliebt.

Lara aus dem Publikum muss beim Modespiel helfen, sie wird nicht der letzte Gast sein, immer wieder suchen die Ehrlich Brothers Freiwillige. Lustige Sprüche mit Witz und Charme, die beiden Herforder loten die Animositäten zwischen Braunschweigern und Hannoveranern aus, in diesem Fall sind es Jan und Steffen, die gegeneinander zaubern. Die Ehrlich Brothers stehen hinter ihnen und leihen ihnen ihre Arme, das sieht nicht nur erstaunlich aus, sondern ist auch ein toller Spaß.

Die große, bunte Bühne lässt an Licht und modernsten Gimmicks keine Wünsche offen. Sieben Schwiegermütter werden auf die Bühne gebeten und von dort in eine weit entfernte Hallenecke teleportiert. Klar, mit einem Golf-Buggy kann man sie sicher schnell von A nach B bringen, nur, wie vergrößert man ein ferngesteuertes Spielzeugauto in einen Monstertruck, acht Tonnen schwer und 2000 PS stark?

Mit einem dicken Motorrad kommt Christian aus einem überlebensgroßen iPad auf die Bühne gefahren; eben war er noch auf dem Display zu sehen, jetzt knattert die Maschine laut. Da halten sich die Kinder erstaunt die Ohren zu und werden im nächsten Moment zur Bühne gebeten. Zumindest die, die in den vergangenen zwei Wochen Geburtstag hatten. Das sind interessanterweise fast alle in der Halle.

„Klitze Klino“, ein Floh, führt artistische Kunststücke vor. Den Trick haben die Ehrlich Brothers von ihrem Vater gelernt. Vor vier Jahren ist Werner Ehrlich gestorben, ihn vermissen sie besonders, denn er hatte einst ihre Zauber-Neugier geweckt. Es sind die kleinen Tricks, die Schattenspiele, die verschwundenen Eheringe, die tanzenden Jungfrauen, die im Nu ihre Kostüme wechseln, die die Ehrlich Brothers so publikumsnah und sympathisch machen und die das große Getöse wirkungsvoll unterbrechen.

2012 spielten sie das erste Mal in einer Arena, in Hannover war die Premiere, betonen sie stolz. 2017 zauberten sie im Frankfurter Waldstadion vor 40 000 Besuchern. Das wollen sie 2019 wiederholen, dann in Düsseldorf. Obwohl Andreas von einer erschreckend großen Kreissäge zerteilt wird. Die Beine sind erstmal ab, Schmerzensschreie hört man aber keine. Mit einem großen Knall enden die spektakulären Illusionen und die detailverliebte Magie der beiden Zauberbrüder. Das gibt viel ehrlichen Beifall von Groß und Klein.

Von Kai Schiering

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