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Kultur Duo Hausboot legt in der Marlene an
Nachrichten Kultur Duo Hausboot legt in der Marlene an
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15:02 13.11.2018
Auf Landgang: Das Duo Hausboot in der Marlene. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Vor neun Jahren schickten sie ihr Musikprojekt Hausboot auf die Reise, vergangenes Jahr habe sie nun ein zweites Album herausgebracht. Sänger Tino Eisbrenner und Gitarrist, Komponist und Produzent Heiner Lürig schippern ohne Eile in den musikalischen Fahrwassern. Nun hatten sie in Hannover zu einem Konzert in der Marlene angelegt. Und bewiesen, dass in dieser Ruhe klangvolle Kraft liegt.

Ganz ohne großes Trara und ohne große Show gehen die beiden Vollblutmusiker auf die Bühne. Viele Freunde und Bekannte sitzen im Publikum, es ist eine feste Fangemeinde, die gekommen ist, um die beiden und ihre Band zu feiern. Man kennt sich, fast familiär geht es in der Kellerbar zu. Und so hat dieses Singersongwriter-Gespann – Lürig schreibt die Musik, Eisbrenner die Texte – einen echten Heimvorteil. Sie können einfach drauflosspielen. Dass Tino Eisbrenner an dem Abend auch noch Geburtstag hat, erwähnt er nur kurz und meint, dass es eine der schönsten Arten sei, diesen Ehrentag so zu verbringen.

Die Hausboot-Musik ist pur, schielt nicht auf Kommerz, im Gegenteil: Die Musiker spielen die Songs, weil sie Lust darauf haben, solche Musik zu machen, und das merkt man mit jedem Takt. Das gilt auch für den Bassisten Oliver Siegmann und den Weltmusiker Alejandro Soto Lacoste aus Chile an Piano, Gitarre und Akkordeon.

Die Vier bringen mit ihren Liedern eine gute Mischung aus Folk, Country, Chanson auf die Bühne. Ihre Texte – mal spaßig, mal nachdenklich, mal poetisch, mal trotzig – behandeln das Leben, die Liebe und die Zeit. Das Alter kommt manches Mal vor, andere handeln vom Vatersein und den Sehnsüchten, die einen im Leben weiter vorantreiben oder auch zurückblicken lassen. So nimmt das Hausboot an dem Abend stromabwärts und stromaufwärts an Fahrt auf, gerade im zweiten Teil des Konzertes werden die Songs vom Publikum wie Hits gefeiert: die Hommage an die Liebe zu den Frauen „Französisch lernen“ und die Hymne „Lied vom Frieden“. Aber auch bei den eher melancholischeren Songs wie „Fluss der Zeit“ geht das Publikum mit und nimmt die nachdenklicheren Textzeilen für sich auf. Mit großem Augenzwinkern wird der „Sgt. Pepper meint“ beklatscht, wo das Komponisten-Duo seine Verehrung für die Beatles ausdrücken.

Tino Eisbrenner, der Mitte der 1980er Jahre mit seiner Band Jessica in der DDR ein Star war, erzählt sympathisch immer wieder kleine Anekdoten, spricht von seiner eigenen Karriere, die durch die Wende einen gehörigen Dämpfer bekommen hatte, über sein Leben, seine Wünschen, seine Ein- und Ansichten. Heiner Lürig hält sich bescheiden zurück, spielt seine Gitarren, unterstützt den Gesang und versinkt in seiner Musik.

Zum Schluss bedankt sich die Band mit mehreren Zugaben und einer Polonaise durchs Publikum. So werden die Hausboot-Macher an Land wunderbar geerdet.

Von Maike Jacobs

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