Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Digitale Literatur: Wenn Bücher Musik machen
Nachrichten Kultur Digitale Literatur: Wenn Bücher Musik machen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:57 07.10.2010
Lesen auf dem Display: Die Digitalisierung ist eines der Hauptthemen der Frankfurter Buchmesse.
Anzeige

FRANKFURT/M. Der E-Book-Marktanteil liegt laut jüngster Umfrage bei gerade mal 1,8 Prozent, noch kennt nur jeder Dritte in Deutschland den Begriff E-Book überhaupt, und nur ein Drittel wiederum davon findet E-Books „sympathisch“. Doch die Verlage basteln schon an der Anreicherung des Autorenwortes: „Enhanced E-Books“ will der Rowohlt-Verlag heute vorstellen, mit eingebettetem Ton und Video.

Da sieht auch Gunnar Siewert von Book Rix die große Chance, dem sinnlichen Papierbucherleben ein noch stärkeres sinnliches E-Book-Erleben entgegenzusetzen: „Zeigen Sie Ihren Kindern einmal ein Bilderbuch als E-Book – es wird immer wieder danach fragen.“ Book Rix steht auf dem „Hot Spot“ in Halle drei, einem der sechs, die auf der Buchmesse als Brücke zwischen Papier- und E-Medien eingerichtet wurden, und soll das nächste heiße Ding dabei werden.

So wie Flickr fürs Foto oder Myspace für Musik. In der Musikbranche war Siewert auch tätig, bis seine Frau ein Buch schrieb. „Zwischen Küche und Flur“ sei dann die Idee zu einer Community für Bücher entstanden. Autoren können ihre Werke hochladen, komplett oder nur Teile als Eigenwerbung, und mittlerweile gibts 60 000 Leser in Deutschland. 120 000 Leser in den USA klicken sich regelmäßig ein und geben Feedback. 10 000 schreiben aktiv, das ergibt satte 3000 Bücher im Monat und mehr. Und ob Autor, Leser oder Verlag: Jeder kann der Community angehören, vor dem großen Gott Web 2.0 sind sie alle gleich. „Demokratisierung der Buchbranche“ nennt Siewert das, und er rechnet, analog zum Musikbereich, mit explodierenden Zahlen: „Bei der Buchmesse 2009 waren wir bei 8000 Community-Mitgliedern in Deutschland, im nächsten Jahr wollen wir auf 200 000 sein“, prophezeit er.

Geld verdienen lässt sich so noch nicht, dazu muss man verkaufen. Als nächsten Schritt will Book Rix auf seiner mobilen Seite kostenpflichtige E-Books anbieten. Denn wie schnell der Weg vom Digitalen zum Gedruckten zu bewältigen ist, zeigt beim Hot Spot in Halle vier zum Beispiel „Druckmeister-kurz.de“: Wenige Klicks genügen, und das Buch geht in den Druck, auch Top-Qualität ist längst möglich, und praktisch jede Auflage.

Doch natürlich fährt nicht nur Book Rix auf der „Social Community“-Schiene. Bilandia zum Beispiel bietet sich bei der Vermarktung als Verbindung zu Netzen wie Facebook und Studi-VZ an, und auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat mit „libreka!“ eine unabhängige E-Book-Distribu­tionsplattform für alle deutschen Verlage und Buchhandlungen geschaffen. Ob damit aber jemals Geld verdient wird, muss sich zeigen. lyn

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In den Himmel getragen: Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa.

08.10.2010

Thomas Quasthoff begeistert gestern Abend 1600 Fans mit seinem Jazz- und Soul-Programm „Tell it like it is“.

07.10.2010

David Fincher erzählt in "The Social Network" die Geschichte des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg.

06.10.2010
Anzeige