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Schicker Scheitel: Dieter Thomas Kuhn auf der Gilde-Parkbühne.

Schicker Scheitel: Dieter Thomas Kuhn auf der Gilde-Parkbühne.© Fotos: Behrens

Konzert

Dieter Thomas Kuhn begeistert auf der Gilde-Parkbühne

Seine Band und er sind im Auftrag der Liebe unterwegs: Dieter Thomas Kuhn spielte und sang vor 5000 Menschen auf der Gilde-Parkbühne seine alten Schlager.

Hannover.  Es ist ein Elend da draußen. Es regnet noch vor den schönsten Konzerten Sturzbäche. Die Kälte ist nicht nur eine soziale, und schaltet man morgens das Handy an, „dann grinst mich ein blödes Arschloch mit Scheißfrisur an, und ich meine nicht mich“. Zum Glück ist er da: Dieter Thomas Kuhn mit seiner Kapelle. Sie sind im Auftrag der Liebe unterwegs – „und diesen Auftrag nehmen wir ernst“.

5000 Menschen auf dem Areal der ausverkauften Gilde-Parkbühne nehmen sich eine wohlverdiente Auszeit, finden zweieinhalb Stunden lang: Schön ist es, auf der Welt zu sein. Was macht es schon, wenn einem das Wasser bis zu den Knöcheln steht, wenn man Sonne im Herzen hat? Die auf der Bühne tragen Glitzeranzüge, die davor nicht minder bunte Kostüme, Sonnenblumen und fiese Scheitel und genießen die Schlager ihrer Kindheit.

Als Kuhn & Co. in den 90er Jahren begannen, konnte man der Welt noch mit einem Grinsen begegnen. Man verleibte sich augenzwinkernd die spießige Kultur der Eltern ein und feierte die Punk-Attitüde, mit der plötzlich die alten Lieder erklangen. Die Zeiten haben sich geändert. Nach der Ironie kommt das echte Gefühl, und es ist nichts Falsches dabei, bei Kuhns dahingeschmettertem „Ti Amo“ nicht hingerissen zu sein.

Warum auch nicht? Was Kuhn und Band liefern, hat große musikalische Qualität. Karel Gotts „Babicka“ kommt im Balkan-Beat daher. „Ich war noch niemals in New York“ hat eine unverschämt funkige Orgel, und als Höhepunkt kommt der Dschingis-Ska. Am Abend vorher hat der echte Roland Kaiser an selber Stelle gespielt, hat eigene und fremde Lieder tief in Discofox getunkt. Kuhn und Kapelle interpretieren wie er „Amore Mio“ und „Griechischer Wein“ – das eine im wollüstigen Galopp, das andere mit echtem Fernweh.

Ein bisschen ist es wie ein Fußballspiel: Die Mannschaft dort oben und die Menschen auf dem Rasen tragen Trikots. Man stimmt die immer gleichen Fangesänge an, und es geht ganz sicher – Musik ist Trumpf – in die Verlängerung. „Fremde oder Freunde“ stellt Kuhn zur Debatte, und der vieltausendfache Chor gibt eine klare Antwort. Nächstes Jahr gibt es das nächste Rückspiel. Die Zeichen stehen auf Liebe – ohne Leiden.

Von Stefan Gohlisch


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