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Kultur „Die Wilden Kerle“ wohnen im Figurentheaterhaus
Nachrichten Kultur „Die Wilden Kerle“ wohnen im Figurentheaterhaus
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10:27 12.09.2013
KINDERBUCH AUF DER BÜHNE: Karsten Hentrich (links) und Christian Kruse mit Kerl und Kind. Quelle: Klaus Fleige
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Hannover

Und dann schreit er los. Nur so als Beispiel. Soll sich ja kein Kind fürchten. Aber die Wilden Kerle machen nun mal Krach.

Maurice Sendaks Bilderbuchklassiker „Wo die Wilden Kerle wohnen“ auf die Bühne zu bringen, bleibt ambitioniert. Das Geschehen ist schlicht, die Dialoge sind sparsam, ganze 333 Wörter umfasst der deutsche Text. Viele Kinder kennen jedes davon. Da braucht man gewitzte Erzähler.

Karsten Hentrich vom Theater Fensterzustadt und Christian Kruse vom Figurentheater Neumond haben sich für diese Produktion zusammengetan. Sie bringen sich selbst ins Spiel, erzählen, singen, scherzen. Karsten stellt sich als Mond vor, Christian muss die Mutter machen, sträubt sich, spielt lieber die Gitarre, haut, um zu zeigen, was wild ist, mal ein paar AC/DC-Akkorde an.

Eine wunderschöne Figur ist der kleine Max im Wolfspelz, sehr gelungen gebaut. Poetisch erzählt Hentrich, wie der Wald in seinem Zimmer wächst. Und bevor er einen Wilden Kerl aus dem Koffer holt, gibt er eine weitere witzige Probe vom fürchterlichen Brüllen. Dann greift eine zottige Hand über die Kofferkante, da gibts wohlig gegruseltes Geschrei im Saal. Der Wilde Kerl ist groß, hat Zotteln, Krallen, Zähne, ganz wie im Buch. Hentrich spielt ihn als Ganzkörperfigur, hält den oberen Teil aber nur vor den Oberkörper und kann deshalb mühelos zwischen wildem Kerl und nettem Erzähler wechseln, was das Stück überaus kommunikativ macht.

Ein bisschen schade ist es, dass der Wilde Kerl allein bleibt, dafür flippt er beim sanftrockigen „Sei einfach du“-Lied zappelnd aus - bis Hentrich ihn ulkig erschöpft wieder in den Koffer stopft. Noch ein Lied vom Heimweh und Max segelt zurück, allerdings ohne Schiff: Hentrich und Kruse vertrauen sehr auf die Kraft des Wortes und der Musik. In beidem sind sie wirklich klasse.

Bewertung: 4/5

Wieder am 6. Oktober, 10 und 16 Uhr, Figurentheaterhaus.

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