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Konzert

Die Rolle steht ihm gut

Vom Kino in die Clubs: Schauspieler Tom Schilling („Oh Boy“) ist mit seiner Band auf Clubtournee. Auftakt war in Hannovers Lux.

Hannover. Zart wirkt er, schmal und blass, schüchtern und beinahe linkisch, wie er da so steht, auf der Bühne des Lux. Zwar strahlt er Selbstbewusstsein aus, aber auf eine seltsam demütige Art, wenn er sich wieder und wieder mit den Worten „Freundlich, sehr freundlich“ beim Publikum bedankt. Es ist eine ungewohnte Rolle für Tom Schilling, einem der besten jungen Schauspieler, die Deutschland hat, vermutlich weil diese Rolle, die des Sängers, gar keine ist, sondern spürbares Bedürfnis.

Schilling hat mit seiner Band, den überhaupt nicht jazzigen Jazz Kids, ein Album aufgenommen, „Vilnius“, das er nun spazieren führt. Hannover bildet den Auftakt seiner Clubtournee. Da sitzt noch nicht alles, manchmal verpasst er seinen Einsatz, und bei einer der Zugabe bekommt er einen Lachanfall – ausgerechnet bei dem zarten Liebeslied „Schwer dich zu vergessen“, das den Niedergang schon in sich trägt – „war wohl zu kitschig“, sagt er da und lacht wieder.

Ein dunkler Romantiker ist dieser Schilling. Element of Crime, Nick Cave und Rammstein sind die Ahnen; manches ist auch nah am Schlager. Weniger Stimmwunder als Bänkelsänger erzählt er von verflossener Liebe („Kein Liebeslied“), dunklen Moritaten („Die Ballade von René“) und Haltung („Genug“). Er covert Hildegard Knef, Bettina Wegner und Rio Reiser. Gossenlyrik und dunkler Country, düstere Balladen und sprechende Orgeln – geschmackvoll, stimmig, gut. Nur das Sauflied ganz am Ende, „C2H6O“, fällt heraus. So ein Happy End steht ihm nicht.

Von Stefan Gohlisch


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