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Kultur Die Prinzen können’s auch sinfonisch
Nachrichten Kultur Die Prinzen können’s auch sinfonisch
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00:19 05.03.2018
Gut gelaunt: Sebastian Krumbiegel von Die Prinzen bei ihrem Auftritt im Kuppelsaal. Quelle: Foto: Dröse
Hannover

„Ist das geil hier!“, entfährt es Tobias Künzel. Er freut sich, mal wieder in Hannover zu sein, im Kuppelsaal mit seiner Band Die Prinzen Songs aus zweieinhalb Jahrzehnten darzubieten und das auch noch sinfonisch untermauern zu lassen.

A-Cappella-Pop meets Klassik: Wolfgang Lenk hat alle Lieder für das Orchester der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig arrangiert. Er sei ja auch, so Sänger Sebastian Krumbiegel, „der einzige der sieben Prinzen, der wirklich etwas von Musik versteht“. Ganz so unmusikalisch stellen sich die restlichen sechs dann aber nicht an. Im Gegenteil. Zum klassischen Sound des Orchesters überzeugen sie die 1500 Zuhörer mit stimmtechnischem Können – insbesondere mit ihren A-Cappella-Versionen.

Die Prinzen stehen seit 27 Jahren auf der Bühne und verstehen auch heute noch etwas von gelungenem Entertainment. Ein Rezept dafür hat Krumbiegel auch parat: „Was braucht man zum Singen?“, fragt er in die Menge. „Einen Sack voll guter Laune und den Kammerton A“, löst er die Frage auf und lässt den Ton anstimmen,. Das Publikum soll schließlich den Klassiker „Millionär“ mitsingen.

Krumbiegel verlangt viel Interaktion von seinem Publikum und versucht immer wieder, sie aus der Reserve zu locken. „Wir würden Sie bitten, Ihre Hände in die Luft zu heben und diese rhythmisch aneinander zu schlagen“, fordert er. Und stellt angesichts der Resonanz fest: „Einige von Ihnen scheinen ja ganz kurze Arme zu haben.“

Zum Ende hin funktioniert das Mitmachen etwas besser – als nämlich Die Prinzen ihre Klassiker ‚Gabi und Klaus’, ‚Alles nur geklaut’ oder ‚Mann im Mond’ aus der Schatztruhe kramen. Da ist dann alles erlaubt: Tanzen, klatschen, singen, feiern. Nur eines nicht gestattet: „Küssen ist bei mir nicht erlaubt!“, grölt Charmebolzen Krumbiegel in „Küssen verboten’“

Nach zweieinhalb Stunden verabschieden sich die Musiker von der Bühne. Ohne Zugabe. Erst als das Publikum hartnäckig bleibt, erbarmen sich Die Prinzen und bleiben noch ein wenig. Und sie kommen sicher wieder, denn nach eigener Aussage schreiben sie hier in Hannover die besten Songs. Und die paradoxe Vorstellung, als Sachsen hoch nach Niedersachsen zu fahren, gefalle ihnen immer wieder gut.

Von Lara Sagen

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