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Die Kindheit im Blick: Frank Hilbrich inszeniert an der Staatsoper „Die Zauberflöte“.

Die Kindheit im Blick: Frank Hilbrich inszeniert an der Staatsoper „Die Zauberflöte“.
© Christian Behrens

Oper

Die Magier der „Zauberflöte“

Mozarts „Zauberflöte“ als Geschichte der Kindheit: Frank Hilbrich sucht in seiner Inszenierung des Opern-Klassikers den emotionalen Zugang. Wir sprachen mit dem Regisseur.

Hannover. Ein Prinz, eine Jungfer in Nöten, ein finsterer Fürst – die Geschichte der „Zauberflöte“ lässt sich relativ schnell erzählen. „Die Frage ist jedoch, worum es in dem Werk wirklich geht“, so Regisseur Frank Hilbrich, der Mozarts Opern-Klassiker an der Staatsoper neu inszeniert hat „Ist die ,Zauberflöte’ ein Märchen, ein Geheimnis, eine Komödie oder gar eine Botschaft aus der Zeit der Aufklärung? Das Stück ist kaum zu fassen.“

Für Hilbrich ist das Werk ein „Seelentheater“. Er spielt damit an auf die Rolle Mozarts als kluger Menschenbeobachter, „der ganz viel darüber weiß, wie gefährdet eine menschliche Seele ist“. Dass die Oper seit ihrer Uraufführung im Jahr 1791 im Freihaustheater Wien Generationen bewegt und in ihren Bann gezogen hat, liegt gewiss nicht an der Handlung.

Hier steht das Instrument im Vordergrund

Der junge Prinz Tamino wird von der Königin der Nacht beauftragt, ihre Tochter Pamina aus der Gewalt des Fürsten Sarastro zu befreien. Papageno, der Vogelfänger, soll Tamino helfen. Die beiden begeben sich in Todesgefahr, schaffen es jedoch mithilfe der Zauberflöte und eines Glockenspiels sich aus jeder misslichen Lage zu befreien.

Bei seiner Neuinszenierung stellt der Regisseur die Zauberflöte als Instrument in den Mittelpunkt der Handlung. „Die Rolle, die dieses Instrument in dem Werk spielt, fand ich sehr spannend. Über diesen Aspekt habe ich einen neuen Einstieg in die Oper gefunden“, so Hilbrich. Die Zauberflöte sei schließlich eine Oper, in der die Wirkung der Musik eine essenzielle Rolle spielt.

„Zauberflöte und Glockenspiel sind Musikinstrumente und in den Momenten größter Angst und größter Verzweiflung ist es gerade die Musik, die Tamino, Pamina und Papageno rettet“, ergänzt er.

Die Sehnsucht nach der Kindheit

Neben der großen Bedeutung der Musik geht es Frank Hilbrich in der Zauberflöte aber vor allem um die Verbindung von Kindern und Musik.

„Wir haben viele Kinder, die an dieser Inszenierung mitwirken. Es sind beispielsweise immer die drei Knaben, die die Instrumente bringen, die Tamino und Pamina auf ihrem Abenteuer ständig vergessen. Diese Nähe von Kind und Musik fand ich so interessant“, erzählt er.

„Wir wollen viel über Musik sprechen, aber den Fokus ganz klar auf den Menschen legen. Wichtig ist, das Innenleben der Figuren und das Verhältnis von Erwachsenen zu Kindern klarzustellen“, so Hilbrich. „Man kann das Erwachsenenleben nämlich nicht schaffen, wenn man nicht das Kind in sich bewahrt. Und darum geht’s.“

Die Oper als wichtiges Ausdrucksmittel

Der Regisseur möchte davon erzählen, wie es ist, die Kindheit zu verlieren oder sie vielleicht sogar in sich zu bewahren, davon, wie schwer es ist, erwachsen zu sein, und Szenen, die durch diesen Widerspruch dominiert werden. „Für mich ist die Oper immer ein wichtiges Ausdrucksmittel gewesen, weil ich glaube, dass sie besser als fast alle anderen Medien die Widersprüchlichkeit unseres Seins offenbart“, erzählt Frank Hilbrich.

Es soll ein Abend voller widerstreitender Emotionen werden. Denn die Gefühle der Figuren aus dem Innersten ihrer Seele nach außen auf die große Opernbühne zu zaubern, das ist Hilbrichs Intention.

Mehr über die Inszenierung erfahren Sie hier.

Von Lara Sagen


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