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Kultur Die Bourbon Skiffle Company aus Hannover gibts seit 40 Jahren
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10:51 25.07.2012
Hannover

Da schrappte man auf Omas Waschkücheninventar; Gitarrist Dirk Fehlauer schwärmt noch heute vom Teekistenbass: „Besenstiel rein, Saite ran, da konnte man wunderbare Melodien drauf spielen.“ Seit 1979 hat die hannoversche Bourbon Skiffle Company freilich einen E-Bass dabei und längst auch ein normales Schlagzeug.

Gabs da nie Fan-Aufstand? „Lonnie Donegan“, bringt Düe trocken die britische Skiffle-Legende der 50er Jahre ins Spiel, „hat immer mit Schlagzeug gespielt.“ Waschbrett gibts aber weiterhin bei der BSC.

Die Sache mit dem Bourbon aber hat man zurückgefahren „obwohl es immer noch Leute gibt, die uns eine Flasche auf die Bühne reichen“. Als man sich 1972 formierte, stand der Bandname praktisch auf dem Kneipentisch herum, das Gebrannte war Teil der Gage. Die härteste Skiffle-Band der Welt war extrem trinkfest, nur einmal hätte man fast einen Auftritt geschmissen, als man nach 22 Jägermeister-Runden in einem jugoslawischen Restaurant in Soest auf die Bühne ging. Ein Bandmitglied fiel beim Sichverbeugen in den Bühnengraben. Die Presse immerhin war gut, „Hannovers Antwort auf Insterburg & Co.“ hieß die Schlagzeile.

Die Ursprünge liegen in einer mythischen Zeit, als das Altstadtfest noch jung und das Leine-Domizil der neue, heiße Laden der Stadt war. In den spazierte Fehlauer im Oktober 1972 und wurde von den Skifflern auf die Bühne befohlen. „,Ey, du kannst doch singen’, riefen die, zack, war ich drin!“ Das Repertoire war anfangs schmal, man streckte mit viel Flachserei. „Bis heute macht diese Kommunikation mit dem Publikum unsere Abende so besonders“, sagt Düe.

Und die Fünf-Freunde-Bandchemie. Für deren Bestand verzichtete man sogar auf den Wechsel ins Profilager. „Die Diskussion ging Ende der 70er bei uns hin und her“, erinnert sich Düe, „aber als Profi hätte man eine fundierte musikalische Ausbildung haben müssen.“ „Und wir hätten alles mitnehmen müssen, um die Taschen zu füllen“, wirft Fehlauer ein, „wir hatten Angst, den Spaß zu verlieren.“ Ende der 70er waren sie bundesweit erfolgreich. Mit dem von Winnie Martin geschriebenen Lied „Giff mi Kalk“ gings im Januar 1980 zu Dieter Thomas Heck. Das Geheimnis hinter dem Single-Hit-Wunder verrät Fehlauer: „Reiner Glückstreffer. Die Kalk-Sandstein-Industrie bestellte 50000 Stück, weil sie ihren Maurerbetrieben was Gutes tun wollte. Dadurch schossen die Verkaufszahlen in die Höhe und so kamen wir in die ZDF-Hitparade.“

Und, die Jubiläumsfrage, wie lange kann man Skiffle machen? Fehlauer (69) blickt Düe (66) an, Düe Fehlauer. Beide lachen, Düe antwortet: „Tja, wir machen da gerade einen Dauerversuch.“

INFO

Von der 70er-Jahre-Besetzung ist neben Dirk Fehlauer und Wolfgang Düe noch Manfred „Teppich“ Müller (Bass; im Foto links) mit an Bord, jüngere Zugänge sind Martin Troike (Waschbrett, auch in Mungo Jerrys Band) und Julian Bergerhoff (Piano, Akkordeon).

Zum 40-Jährigen spielt die Bourbon Skiffle Company drei Sonntagsfrühschoppen an der Löwenbastion (5., 12., 19. August jeweils um elf Uhr bis 15 Uhr). Sie plant einen Live-Mitschnitt von den Auftritten und arbeitet an einem Album mit neuen Songs, das allerdings erst im nächsten Jahr fertig werden wird.

Auch beim letzten NP-Rendezvous des Jahres 2012 am Sonntag, 26. August, von 11 bis 13 Uhr tritt die Bourbon Skiffle Company auf. Bei dem Termin sind zwei politische Hoffnungsträger ihrer Parteien zu Gast: Ministerpräsident David McAllister, CDU, und Patrick Döring, Generalsekretär der FDP.

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