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Kultur Der Zirkus der Anna Depenbusch
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12:36 30.03.2017
Zirkusluft: Anna Depenbusch (rechts) und Band im Pavillon. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Lichterketten spannen sich im Bühnenhintergrund des Pavillons wie im Varieté, vorne schlägt der Frohsinn Salti, katapultiert sich die Liebe aus dem Stand in höchste Höhen und liegt dann wieder darnieder, wagen Schwer- und Übermut einen kunstvollen Drahtseilakt. Willkommen in einem Zirkus der Gefühle – Anna Depenbusch ist da.

Ganz entzückt ist sie darüber: „Ich freue mich ganz riesig, dass der Tourauftakt hier ist.“ Und als ihr Schlagzeuger mal einen Rhythmus auf der Schreibmaschine tippt, fragt sie ihn: „Schreibst du auch, wie schön es hier ist?“ Als Schülerin war die Hamburgerin vor vielen Jahren das erste Mal hier, als Vertretung ihrer Gesangslehrerin – ein Rück und ein Ausblick. Viel Schalk in Text und Stimme, das Positive noch im Traurigen sehend, fröhlich noch in der Melancholie. Und wenn es vorbei ist, bleibt doch die Erinnerung an die „Schönste Melodie“: „Nichts klingt so wie du“.

Das passt auch zu ihrem aktuellen Album „Das Alphabet der Anna Depenbusch“, auf dem sie die Liebe von A bis Z durchbuchstabiert und das sie, garniert mit Klassikern, beinahe komplett spielt. „Alles über Bord“, ein Lied über seligen Neustart, sei dessen eigentliches Zentrum: „Ich mach mich leicht“, singt sie: „Dieses Kleid aus Blei steht mir nicht.“

Anna Depenbusch spielte im Pavillon. Hier sind die Bilder

Depenbuschs Spezialität sind herrlich unaffektierte Chansons. Sie feiert pophymnisch das Glück der „Fürimmersekunde“, jenes Moments, in dem die Zeit stehen zu bleiben scheint, feiert ihr Zuhause im Unterwegs („Stadt Land Fluss“) und das Alleinesein („Astronaut“), in sich ruhend und natürlich alleine am Klavier. Sie warnt wie eine Bänkelsängerin vor einem geliebten Schürzenjäger („Frauen wie Sterne“) und die Liebe als Kreislauf („Tim liebt Tina“).

Ihre souveräne Band – allen voran die großartige Anne de Wolff an so ziemlich allen Instrumenten, die der Fundus hergibt – begleitet sie auf allen musikalischen Wegen. Sie streifen Tango, Country, Bluesrock und vieles mehr und bleiben doch immer unverkennbar Anna Depenbusch. Und nichts klingt so wie sie.

Von Stefan Gohlisch

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