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Gute Stimmung: Maeckes von den Orsons heizt ein.

Gute Stimmung: Maeckes von den Orsons heizt ein.
© Michael Wallmüller

Livemusik

Der Hip-Hop-Götzendienst

Die volle Packung Hip-Hop: Beim Hangover-Jam auf der Parkbühne in Hannover zeigte sich die ganze Bandbreite des Genres – mit Musik von den Orsons bis zu 187 Strassenbande.

Hannover. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal so alt werd’, weil Mitte 20 fühlte ich schon meine Halbwertszeit“ heißt es bei den Orsons. Ja, deutscher Hip-Hop kann Selbstironie – und vieles mehr. Dies spiegelte sich auch beim Hangover Jam 2017 an der Gilde Parkbühne wider: Das Line-Up bot eine Mischung aus den einzelnen Hip-Hop-Richtungen.

Gesellschaftliche, für die Jugend relevante Themen, gefühlsbetonte Kuscheltexte und eine gute Portion Humor neben Gangsta-Rap und bösen Buben – und außer den Staracts auf der großen Bühne durften Talente aus der Region ihr Können auf der „Local Stage“ beweisen: Schon mittags startete das Tagesprogramm mit einigen hannoverschen Künstlern wie Dannie Green oder Brothers of Eternity.

Um 15 Uhr startete auch die große Bühne mitACE Tee & kwam.e in den Festivaltag startete. Bei Regen und matschigem Boden warteten einige der insgesamt 2500 Besucher noch die Wetterverbesserung ab. Denn mit aufklarendem Himmel füllte sich auch das Parkbühnen-Areal zusehends.

Als gegen Abend Audio 88 & Yassin aus Berlin entspannten und satirischen Hip-Hop auf der großen Bühne präsentieren, wagt sich sogar ein Sonnenschein hervor. „Ihr habt jahrelang behauptet ich sei ‚n Untergrund-Artist, doch in Wahrheit bin ich für die Masse einfach zu sympathisch“, rappen die beiden selbstironisch, bevor der Karlsruher Rapper Nimo wieder eine härtere Gangart einlegt.

Die Orsons, einer der beiden Hauptacts, legen gleich mit ihrem Ohrwurm „Ventilator“ los. Und spätestens mit „Partykirche“ verbreiten die vier Hip-Hopper ausgelassene Feierstimmung auf der Parkbühne. Hier wird „das Meer geteilt“, indem das Publikum die bei Konzerten beliebte „Wall of Death“ bildet. Anschließend läuft Orsons-Mitglied Maeckes noch „über das Wasser“ – auf den Händen der kreischenden Fans. Der Erlebnis-Hip-Hop kommt gut an.

Zum Abschluss des Tages holt die Gangsta-Rap-Crew 187 Strassenbande mit ihren provozierenden Ghetto-Texten noch einmal alles aus den Fans heraus. Hier gibt es das volle Programm: Bei „Ich bin ein Proll“ laufen im Hintergrund auf LED-Wänden nicht ganz jugendfreie Bilder und glitzernde Felgen, während bei „HaifischNikez“ drei Skeletthände den Mittelfinger zeigen.

Für die tapferen Besucher, die sogar noch einem abendlichen Regenschauer trotzen mussten, hat es sich gelohnt: Sie haben ein wahrlich abwechslungsreiches Festival erlebt.

Von Janik Marx


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