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Kultur Das Hoffest erfüllt Wünsche
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13:48 26.08.2018
Gute Stimmung: Kinder reiten beim Hoffest des Schauspielhauses auf einem Einhorn aus dem Fundus. Quelle: Villegas
Hannover

Wer mag, nimmt sich einen Wunschpunkt, einen kleinen runden Aufkleber, und pappt ihn sich ins Gesicht. Abzunehmen dann, wenn man jemandem einen Wunsch erfüllt hat. Nicht wenige unter den 3500 Besuchern des Schauspielhauses tragen einen – und werden ihn schnell los. Denn das traditionelle Hoffest lässt nur wenige Wünsche offen.

Die neue Spielzeit beginnt. Schauspielhaus und die benachbarten Institutionen zeigen, was sie zu bieten haben. Das beginnt bei den Garderobenschränken, von denen einige als spielerische Dioramen die kommenden Stücke ankündigen: mit den Wunschpunkten auf das Familienstück „Das Sams“, mit der Aufforderung „Fake News“ zu erfinden auf „Fake Youth“, mit einer Krone (und der Aufforderung zu Hybris) „Macbeth“.

Die Spielzeit 2018/2019 des Schauspielhauses hat begonnen, die letzte unter Intendant Lars-Ole Walburg. Los ging es mit dem traditionellen Hoffest – von Trauerstimmung keine Spur.

Im Theatermuseum werden Märchen erzählt, im KoKi laufen Kurzfilme, Mitarbeiter des Kunstvereins erklären die Werke der laufenden Herbstausstellung, von Leona Boltes frivoler „Rosetta“ bis zu Lukas Zerbsts beängstigender Rauminstallation. Ukulele-Orchester in Cumberland, Plakate-Memory im oberen Foyer, Konzerte auf der Hofbühne bis hin zu den Elektroanarchisten von Les Trucs, die den Darm besingen und ein Feuerwerk entzünden. Und Raum und Zeit zum Innehalten: Im Hof spielen Kinder in der eigens aufgeschütteten Sandkiste und mit künstlichen Strohballen, wird der malerische, oft verwaiste Hof zur Wohlfühloase.

Bei der Hoffest-Galashow werden schließlich alle Premieren der Spielzeit angeteasert. Anne-Stine Peters hat sie als Zirkus-, Freak- und Horrorshow inszeniert. Es tauchen unter anderem auf ein Männerchor in Badehosen, ein Kuscheltier mit Tourettesyndrom und ein rappender Boxer. Iggy Pop und die Hexen aus „Macbeth“ singen „The Passenger“, das Yalla-Ensemble „Kein schöner’ Land“ und Günther Harder zum großen Finale David Bowies „Heroes“. Der letzte Satz gilt auch wie ein Wunsch: „Niemand hat das Recht zu gehorchen.“ Möge die Spielzeit beginnen.

Von Stefan Gohlisch

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